Kleiner Madagaskar-Leguan, Sandleguan (Chalarodon madagascariensis) Biotop
Der kleine Madagaskar-Leguan
(Chalarodon madagascariensis)

Lebensraum, Biotop



Chalarodon madagascariensis ist im gesamten Süden und Südwesten von Madagaskar beheimatet. Dies ist der heisseste und trockenste Teil der gesamten Insel.
Man findet diese kleine Leguanart vor allem im Südwesten bis hinauf in die Umgebung von Tulear und nördlich davon über Ifaty bis etwa auf die Höhe von Bemaraha meist auf Sanddünen, sehr selten in Dornbuschregionen, hauptsächlich in küstennahen Gebieten, aber auch im Hinterland.
In jedem Fall scheint der Leguan offenen, reinen Sandboden zu bevorzugen, wo er im lockeren, rotbraunen Sand und im tieferen, festeren und etwas kühleren Bodenbereich Gänge gräbt, in denen er die heisseste Zeit des Tages und auch die Nacht verbringt. Die Weibchen legen in diesen Gängen auch ihre Eier ab.

Der Sommer ist die einzige Jahreszeit, wo im Südwesten Madagaskars überhaupt nennenswerte Regenfälle zu verzeichnen sind. Die anderen Niederschläge sind fast ausschliesslich durch nächtliche Taubildung bedingt. Der erste Regen, häufig in Form eines Gewitters mit wasserfallartigen Wolkenbrüchen, fällt meist Anfang bis Mitte Dezember, sehr selten schon Ende November. Innnerhalb weniger Stunden wird oft die ganze Region unter Wasser gesetzt, das aber wegen dem sandigen Substrat in meist weniger als einem halben Tag im Boden versickert ist. Die gleissende Sonne trocknet die Oberfläche sehr schnell wieder ab. Dies ist gewissermaßen der Startschuss zu allen Aktivitäten im Tier- und Pflanzenreich. Samenkörner vom Vorjahr, die so lange ruhend in der Erde gelegen haben, beginnen zu keimen und zu spriessen. In kürzester Zeit entwickelt sich daraufhin die ganze Region in ein grünendes und blühendes Paradies. Die Tierarten, die bis zum ersten Regen eine Ruhezeit eingehalten hatten (die eigentlich keine Winterruhe im klassischen Sinne, sondern eine Trockenruhe ist), kommen nun schlagartig aus ihren Verstecken und beginnen sehr schnell mit Futtersuche, Paarung und Eiablage. Die Zeit bis zur nächsten Trockenzeit ist nicht lange und man muss sich sputen, wenn man sich in der kurzen Zeit sattfressen und vermehren möchte. Daher sind diese Tiere, was Aktivität und Passivität angeht, sehr flexibel und in erster Linie von der Feuchtigkeit und der Tageslichtlänge gesteuert! Vor allem das rettende Nass von oben bewirkt neue Aktivitäten, relativ unabhängig von den herrschenden Temperaturen. An den heissesten Tagen kommen auch im Sommer viele Tierarten nur noch morgens und abends zum Vorschein. Bei Bodentemperaturen (von vormittags um ca. 11 Uhr an) von über 60°C kann ein Mensch nicht mehr barfuss, ohne Brandblasen zu bekommen, über den Sandboden laufen.

Der gesamte Lebensraum dieser Echsen ist gekennzeichnet durch äusserst karge Böden mit teilweise sehr wenig oder auch komplett fehlendem Bewuchs und durch ein extrem trockenes Klima, an das sie durch ihre häufig unterirdische Lebensweise hervorragend angepasst sind.
Siehe dazu auch "Biologie" / spezielle Eigenarten.



im Südwesten von Madagaskar Chalarodon madagascariensis Weibchen
eines meiner vorwitzigen Weibchen unter dem HQI-Strahler auf 66°C heissem Sandboden!
(Bild anklicken zum Vergrößern)

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Die Homepage wurde zuletzt aktualisiert am 29.12.2017    © E. K.