Kleiner Madagaskar-Leguan, Sandleguan (Chalarodon madagascariensis) Ernährung
Der kleine Madagaskar-Leguan
(Chalarodon madagascariensis)

Ernährung und Fütterung


Das Hauptfutter besteht bei meinen Madagaskar-Leguanen in erster Linie aus Insekten. Hier verfüttere ich sowohl käufliches Futter (Heimchen, Mittelmeergrillen, Steppengrillen, Kurzflügelgrillen, kleine Heuschrecken, eher selten Wachsmaden (zu hoher Fettgehalt!), aber dafür auch mal Terfly -flugunfähige Fliegen-, und ausgeschlüpfte Fliegen der käuflichen Fliegenmaden -aus den Pinkys und den grossen Maden- vor dem Verfüttern gekühlt-). Die Fliegenmaden selbst können von den Echsen nicht verwertet werden und sie werden unverdaut wieder ausgeschieden.

Im Sommer ergänze ich den Speisezettel durch allerlei Wiesenplankton (Heuschrecken, Motten, alle Arten von Faltern und Käfern, Fliegen und evtl. auch mal die eine oder andere Raupe), was den Tieren sichtlich gut tut. (Achtung: geschützte Insektenarten berücksichtigen!)

Vor allem bei der Verfütterung von Heuschrecken zeigen die Chalarodon ihr Geschick und ihre enorme Schnelligkeit. Für die begehrten Hüpfer machen sie förmlich Bocksprünge, um sie zu ergattern.

In den äusserst spärlichen Aufzeichnungen der mir bekannten gängigen Literatur ist diese Leguanenart als reiner Insektenfresser beschrieben. Meinen Erfahrungen nach ist das alles andere als richtig!

Chalarodon und Tracheloptychus petersi gemeinsam beim Fressen
2 Chalarodon-Weibchen und Tracheloptychus petersi
gemeinsam beim Fressen
(Bild anklicken zum Vergrößern)

Ich vermute, dass diese Leguane auch in ihrer Heimat durchaus auch Pflanzen fressen, die sie mit ihren kleinen, spitzen Zähnchen abbeissen oder abzupfen. Ich habe beobachtet, dass die Chalarodon kleine Blättchen von Zierpflanzen im Terrarium abgefressen haben (Fetthenne -Sedum spec.-), was mich überhaupt auf die Idee brachte, ihnen Pflanzliches anzubieten. Da ja die Pflanzenteile im Terrarium i. d. Regel nicht mehr festgewachsen sind, können sich die Tiere nur bedienen, wenn die Blättchen entsprechend zerkleinert werden. Meine Tiere fressen mittlerweile die gesamte Palette an verfügbarem Wiesenfutter (die Blätter von Löwenzahn, Brennesseln, Wegerich, Klee, Labkraut, wilder Majoran, Wiesensalbei, u. v. m.). Ausserdem werden sehr gerne rohe Karotten, Gurken, rote Rüben (rote Beete) und Zucchini angenommen. Alle diese pflanzlichen Futtermittel schneide ich in schmale, mundgerechte Streifchen; das Gemüse wird mit der Reibe kleingeschnetzelt. So können es die Echsen gut aufnehmen. Obst habe ich wegen dem meist relativ hohen Zuckergehalt noch nicht ausprobiert. Da es im Biotop so gut wie nie zur Verfügung stehen dürfte, sehe ich von einer Obstfütterung ab. Der gefressene Pflanzenanteil macht bei meinen Tieren ca. 5 - 10% des insgesamt verzehrten Futters aus. Eine Menge Vorschläge an möglichen Futterpflanzen aus dem Freiland findet man auf der Seite: www.t-hermanni.de / Futterpflanzen

Futterergänzung:
Da die gesamte Insektenpalette stark phosphorhaltig und kalziumarm ist, reichere ich die Insekten vor allem im Frühjahr und Herbst, wenn ich im Freiland kein Wiesenplankton fangen kann, 2 - 3 mal die Woche mit verschiedenen Vitaminpräparaten an. Hier bevorzuge ich wegen der enthaltenen essentiellen Aminosäuren Korvimin ZVT (vom Tierarzt) oder Nekton Rep (Zoofachgeschäft). Zwischendurch bestäube ich das Futter (tierisches wie pflanzliches) zusätzlich mit dem Staub einer geriebenen Sepiaschale (Zoofachgeschäft; für Vögel). Ausserdem steht den Tieren in kleine Würfelchen geschnittene Sepiaschale frei zur Verfügung (einfach ins Terrarium gestreut), damit sie jederzeit ihren Kalziumbedarf decken können. Dies wird von den Chalarodon sehr gerne angenommen. Vor allem sehe ich das trächtige Weibchen immer wieder dabei, wie es einzelne Stückchen aufnimmt, was für eine gute Beschalung der Eier sehr wichtig ist.

Alles in Allem ist der Madagaskar-Leguan kein heikler Fresser und alles Verwertbare wird gierig angenommen. Vor allem in den heissen Sommermonaten ist der Heisshunger der Tiere sehr gross. Nur trächtige Weibchen stellen 2 - 3 Tage vor der Eiablage das Fressen ein. Schon wenige Stunden nach der Eiablage nehmen sie wieder Futter an.
 

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Die Homepage wurde zuletzt aktualisiert am 29.12.2017    © E. K.