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Neu: Schildkröten- Adventskalender 2017
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Die Landschildkröten
im Wandel der Zeiten

 

 

"Als ich unsere Steppenschildkröte gegen Ende des letzten Jahrtausends kennenlernte lebte diese Sommers wie Winters im ungeheizten Klavierzimmer im Wäscheberg. Während der Wintermonate ward es dort bitterkalt. Im sozialen Wohnungbau mit Ofenheizung war eine Gebäudegrundversorgung mit Wärme unbezahlbar. Aber im Frühjahr, wenn die Märzsonne den Wäscheberg erwärmte, tauchte das Tier auf um Sonne zu tanken.

Dann wurden die Lebensumstände verändert. Überwintert wurde fortan in einem Postbehälter 2 mit Laub und Lappen im Schrank unterm Doppelkastenfenster. Zur Verdeutlichung: Das ist eine Art bautechnischer Kühlschrank aus'm vorletzten Jahrhundert. Hinten dünne Außenwand, oben Fensterbrett, darüber das Holzkastendoppelfenster und nach innen zur Küche 2 Flügeltüren. Jahrelang verlief dies unbedarft bis auf einen sehr regnerischen Winter, wo das Tier mitten im Februar wegen Blauschimmelbefall abrupt die Winterruhe abbrechen mußte.

Jahrtausendwende und Gebäuderekonstruktion folgten. Veraltetes wie Fensterschränke und Ofenheizung wurden abgerissen und durch Zeitgemäßeres ersetzt. Die Konsequenz: Selbst im Treppenhaus, wo früher während der lichtarmen Zeit, als sich Außentoiletten noch in bizarre Eisgebirge verwandeln konnten... Mit Zentralheizung sinkt die Temperatur nie mehr unter 10°C.

Die Schildkröte hatte ohnehin beschloßen den Winter outdoor zu verbringen. Im Zuge der Modernisierung hatten sich ihre Lebensumstände von 4 m² Balkon auf 180 m² Dachjuchhee verbessert. Sie war im Herbst trotz tagelangem Suchen und Rufen nicht aufzufinden. Ich überließ sie ihrem Willen, mit den Worten. "Bambi, das wird nüscht. Winter ist naßkalt. Du weißt das." Tja. Dann stand das Tier Mitte November nach tagelangen Regenfällen vor der Tür und kratzte. (Lautes nerviges Kratzen ist immer wieder ein sicheres Zeichen für Unzufriedenheit im Unterschied zu leisem Scharren und Graben). Das wurde auch in den 2 folgenden Jahren nicht wirklich besser. Wie gesagt. Selbst ungeheizte Räume sinken nie mehr unter 10°C.

Letztes Jahr vermittelte mir das www just an dieser Stelle (im Schildkrötenforum der DGHT) die verrückte Idee der Kühlschranküberwinterung. Klang einleuchtend. Probleme wie folgt: Das komplette soziale Umfeld, ausnahmslos von Arbeitskollegen bis Zechkumpanen schrie entsetzt auf. Ob ich des Wahnsinns fette Beute? Das sind doch keine Aliens (mittlerweile sind es zwei Steppenschildkröten). Mach den Kühlschrank aus. Der Strom ist so teuer. Warum vom Bewährten abweichen? Deine Experimentierlaune bringt die Tiere noch ins Grab.
Eine gehörige Portion Starrsinn. Das wird jetzt so gemacht. Basta. Die werden schon wissen was sie ins Netz tun. Dann nagten doch die Zweifel. Moment mal. Regelmäßig wiegen aber nicht ausgraben? Wie geht das denn? Ob dit man jutjeht?

Lange Rede kurzer Sinn:

Dieses Jahr sehe ich den Dingen bedeutend gelassener entgegen. 1 - 2 mal die Woche lüften reicht vollkommen. Gelegentlich mit der Taschenlampe Lichtreflexe kontrollieren. Daß ein Energiesparkühlschrank über Nacht bei Stromausfall zur Tiefkühlhalle mutiert halt ich für Propaganda. Sicher... Der Teufel steckt im Detail, aber es war ein großer Glücksmoment, als im Frühjahr, der Kälteschlaf für beendet erklärt, die Tierchen ihr Tagwerk aufnahmen, also ob nüscht gewesen sei. Das hat mein Vertrauen in die hier manchmal etwas rüde vorgetragenen Pflegetipps etwas gestählt.

In der Hoffnung Hilfreiches beigetragen zu haben verbleibt herzlichst

pflugente"

Dieser nette Beitrag wurde im August 2003 im Schildkrötenforum der DGHT geschrieben von "Pflugente".
Vielen Dank für die Erlaubnis, den Text hier an dieser Stelle übernehmen zu dürfen.

 
 

Die Homepage wurde zuletzt aktualisiert am 17.11.2017    © E. K.