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Winterruhe - Griechische Landschildkröte, Testudo hermanni

Griechische Landschildkröten
(gilt auch für Maurische Landschildkröte und Breitrandschildkröte)

Winterruhe

 

   
   Übersicht:  
Grundsätzliches
Voraussetzungen
Vorbereitung
Überwinterungsboxen
Checklisten zum Einwintern und Auswintern
 

 

 

In ihren natürlichen Habitaten sind diese Schildkröten, wie die Klimatabellen sehr gut zeigen, harten und recht konträren Bedingungen ausgesetzt. Die niedrigen Temperaturen (bis zu --10°C), vor allem nachts oft schon ab Ende November, zwingen die Schildkröten dazu, sich in eine mehrmonatige Winterruhe zurück zu ziehen, da sie sonst verhungern, verdursten und erfrieren würden. Diese Zeit verbringen sie in teilweise selbstgegrabenen Höhlen oder aber auch in verlassenen Nagetierbauten, wo die Temperaturen relativ konstant und frostfrei sind.

Während der Winterruhe reduzieren die Schildkröten bei Umgebungstemperaturen von ca. 4°C ihren Stoffwechsel auf ein Minimum und ihre Körpertemperatur passt sich der Umgebungstemperatur an. Die Atmung verringert sich auf etwa 1 - 2 Atemzüge pro Minute, einen Herzschlag kann man etwa 2 x pro Minute feststellen. Sämtliche Verdauungsvorgänge ruhen und eine Entsorgung der Stoffwechselschlacken über Leber und Nieren kann nicht mehr stattfinden.

Die Schildkröten sind seit Jahrtausenden auf diese Vorgänge regelrecht programmiert. Sie benötigen sie auch dazu, um überhaupt fruchtbar zu sein. Es mag bei uns zwar durchaus Tiere geben, die auch ohne Winterruhe viele Jahre gut überstehen, doch ich habe immer wieder feststellen können, dass Schildkröten, die eine Winterruhe gehalten haben, im Sommer viel lebhafter sind und ein viel besseres Immunsystem haben. Es macht sie wesentlich weniger anfällig für alle Erkrankungen. Deshalb sollten wir ihnen in Gefangenschaft eine fachgerecht durchgeführte Winterruhe nicht vorenthalten. Dies gilt auch schon für sehr kleine Tiere im ersten Lebensjahr!

Bei meiner langjährigen Tätigkeit mit Tieren höre ich natürlich immer wieder auch von Bedenken, die die Halter haben. Oft trauen sie sich eine Einwinterung der Tiere noch nicht zu, weil sie befürchten, dass das Tierchen diese Zeit nicht heil überstehen könnte. Sollten Sie also wirklich noch sehr unsicher sein oder das Tier vielleicht gerade erst vor einigen Wochen erworben haben (und die Schildkröte noch gar nicht richtig kennen), dann ist es kein Beinbruch, wenn diese erste Winterruhe ausfällt. Das Tier wird bei Berücksichtigung seiner Bedürfnisse die Winterzeit auch im warmen Terrarium gut überstehen. Bedenken Sie bitte jedoch folgendes: Die Tiere sind auf eine Ruhezeit biologisch eingestellt und man nimmt ihnen damit einen Teil ihres natürlichen Lebensablaufes. Zudem vernachlässigen Sie durch ein Nicht-Einwintern auch sein Immunsystem! Wichtig ist in dieser winterwachen Zeit dann natürlich eine wirklich optimale Unterbringung in einem beheizten und sehr gut beleuchteten Terrarium, das auch genügend Platz bieten muss. Wie das aussehen sollte, steht unter dem menüpunkt "Terrarium".

Voraussetzung für eine erfolgreiche Winterruhe (die eigentlich eine Winterstarre oder besser eine Kältestarre ist), ist eine wirklich gute und artgerechte Pflege und Fütterung das ganze Jahr über. Jegliche Haltungsfehler im Sommer machen sich meiner Erfahrung nach gerade während der Winterruhe besonders bemerkbar. Also entscheidet der Halter letztenendes selbst, wie gut oder schlecht seine Schildkröten den Winter überstehen!

Ganz wichtig: Vor der Winterruhe muss jedes Tier von einem Tierarzt auf seine "Wintertauglichkeit" untersucht werden. Das sollte zu einer Zeit passieren, wo die Schildkröten noch fressen und einen guten Stoffwechsel haben, also nicht später als Mitte/Ende August! Hier untersucht der Reptilien-Fachtierarzt (bitte nicht zu einem Hund-Katze-Maus-Tierarzt gehen, sondern zu einem auf Schildkröten spezialisierten Tierarzt!) zum einen eine Kotprobe auf Parasiten (Würmer und Einzeller, siehe dazu den Menüpunkt "Krankheiten / Parasiten"), damit das Tierchen nicht mit solchen Plagegeistern eingewintert wird. Zum anderen kann er bei Tieren über 100 g über eine Blutprobe die wichtigsten Werte für Leber- und Nierenfunktion ablesen und so entscheiden, ob das Tier eine Winterruhe gut überstehen kann. Findet die Untersuchung, insbesondere eine Kotuntersuchung auf Darmparasiten/ Wurmbefall, nicht rechtzeitig statt, muss das Tier um so länger wach gehalten werden, damit man es z. B. noch entwurmen kann. Sind die Aussentemperaturen schon zu niedrig (z. B. im September), werden wegen mangelnder Darmfunktion u. U. nicht mehr alle Würmer ausgeschieden und man riskiert bei dem Tier über den Winter womöglich eine Blutvergiftung! (siehe auch den Menüpunkt Krankheiten / Sepsis").

Beachte: nach einer Medikamenteneingabe muss das Tier noch wenigstens 6 Wochen (ab der ersten Medikamenteneingabe) so hell und warm gehalten werden, dass der Stoffwechsel genügend arbeiten kann. Falls es also draussen schon zu kalt ist, muss das Tier in ein beheiztes Terrarium umziehen können! Daher nochmal mein Hinweis: rechtzeitig untersuchen lassen!!!

Auch ganz wichtig: Kranke Tiere (dazu zählen auch Tiere mit Wurm- oder Flagellatenbefall) und Schildkröten, deren Gesundheitszustand fraglich ist, dürfen keinesfalls eingewintert werden!! Fragen Sie im Zweifelsfall Ihren Fachtierarzt!
 

Wie kann nun eine fachgerechte Winterruhe aussehen ?

Vorbereitungszeit im Freiland:

Da meine Schildkröten den Sommer im Freilandgehege verbringen, nütze ich hier auch gleich die sinkenden Tageslichtlängen und Temperaturen, um die Tiere in die Winterruhe gleiten zu lassen. Schon ab etwa Mitte/Ende September stelle ich fest, dass meine Schildkröten nur noch über die Mittagszeit im Freigehege in der Sonne liegen (falls gerade vorhanden). Die restliche Zeit verbringen sie (je nach Witterung) fast nur noch im beheizten Frühbeetkasten, wo es unter dem Wärmestrahler noch deutlich wärmer ist. Die Nachttemperaturen sinken bei uns nun schon öfters auf unter 10°C. Deshalb fressen die Schildkröten in dieser Zeit nichts mehr, jedoch wird mittags in der Sonne noch der restliche Kot abgegeben und somit der Darm entleert. So bereiten sie sich ganz von alleine auf die Winterruhe vor. Einige lauwarme Bäder während der Vorbereitungszeit geben den Schildkröten noch einmal die Möglichkeit, den letzten Kot abzugeben und ausreichend zu trinken, falls sie es benötigen (bitte nicht mehr baden, wenn die Schildkröten bereits eingegraben sind und nicht mehr herauskommen). Wenn ich dann etwa Mitte/ Ende Oktober (bei Nachttemperaturen von unter 5°C) feststelle, dass meine Pfleglinge beginnen sich einzugraben und tagsüber nicht mehr herauskommen, setze ich sie (abends) noch einmal schnell auf die Waage, notiere mir das Gewicht und verstaue sie kurzerhand im vorbereiteten Kühlschrank bei einer Temperatur von 4 - max. 6°C, auf keinen Fall höher!!!

Aus hygienischen Gründen und da ich sicher gehen möchte, dass meine Schildkröten die Winterruhe ungestört verbringen können, habe ich für sie einen eigenen Kühlschrank (normaler Haushaltskühlschrank) angeschafft. So verbringen sie dann die nächsten 3 - 4 Monate, also etwa bis Anfang Februar.

Vorbereitungszeit im Haus:

Leider haben wir hier in Bayern manchmal auch einen sehr kalten, verregneten September. Dann ist es für die Schildrköten besser, wenn sie in ein wärmeres Terrarium umziehen, weil sie sich sonst viel zu früh in die Winterruhe zurückziehen. Damit würde die gesamte Überwinterungszeit viel zu lange dauern.

Die Wohnungshaltung macht das Einwintern natürlich wegen der viel höheren Temperaturen im Zimmer um einiges schwerer. Ich versuche dieses Manko damit auszugleichen, dass das Terrarium meiner Schildkröten im unbeheizten Schlafzimmer steht, damit die Tagestemperaturen nicht mehr über 18°C ansteigen. Die Beleuchtung samt Wärmestrahler werden im Laufe von 3 Wochen schrittweise von 10 Stunden täglich auf 2 Stunden am Tag reduziert. Schließlich sind sie nur noch für eine Stunde täglich in Betrieb und die letzten 3 Tage der Vorbereitungszeit werden sie komplett augeschaltet.

Für die Nacht ist eine Temperatur von 18°C natürlich viel zu hoch und die Schildkröten würden im Traum nicht daran denken, sich auf die Winterruhe einzustellen, also ruhiger zu werden. Hier helfe ich einfach dadurch ein wenig nach, dass ich die Tiere über Nacht in ihrer Überwinterungsbox (abends mit zimmerwarmem Substrat gefüllt) auf die Terrasse stelle, damit sie Temperaturen von unter 10°C, besser unter 5°C ausgesetzt sind. In der Vorbereitungszeit vor dem eigentlichen Einwintern bade ich die Tiere noch einige Male lauwarm, damit sie Kot absetzen und evtl. trinken können. In der letzten Zeit der Vorbereitungsphase lasse ich die Tiere dann einfach auch tagsüber immer länger auf der Terrasse stehen, wenn wir dort Temperaturen von nicht mehr als 10/12°C haben. Eine Temperatur von nachts unter 10°C über einen längeren Zeitraum (2 Wochen oder mehr) ist für sie ganz offensichtlich der eigentliche Auslöser für die Winterruhe. Mit diesem "Verfahren" werden die Schildkröten immer ruhiger und verkrabbeln sich dann auch tagsüber nur noch in ihrem Unterschlupf. Das ist für mich das Startzeichen dafür, dass sie nun bereit sind, in ihren Kühlschrank umzuziehen. Ich nütze zum Einwintern auch hier die kalte Nacht bei einer Temperatur von um die 4°C auf der Terrasse und stelle die Tiere einfach mit ihren Boxen in den vorbereiteten Kühlschrank bei um die 4°C.

Für die Überwinterung bereite ich eigens dafür angeschaffte Kunststoffboxen mit Deckel vor (z. B. Curver-Boxen aus dem Baumarkt). Die Boxen sind etwa 2 mal so breit und lang, wie die Schildkröten selbst. Die Box sollte nicht zu niedrig sein, damit man genügend Substrat einfüllen kann und ausreichend Platz zum Graben bleibt, also etwa 2/3 bis 1 Schildkrötenlänge als Boxen-Mindesthöhe. Jedes Tier hat bei mir eine eigene Box! Die Tiere sind während der Winterruhe nicht völlig bewegungslos und könnten sich zu mehreren in einer Box stören. Als Substrat verwende ich am liebsten Kokosfasersubstrat, weil es sehr gut feucht bleibt. Alternativ dazu ist lockere, humose ungedüngte Gartenerde oder Walderde möglich. Das Substrat sollte für die Europäischen Landschildkröten relativ feucht sein. Sonst würden die Schildkröten während der Winterruhe austrocknen. Auf das Substrat und die Schildkröten gebe ich dann noch eine Schicht trockenes gehäckseltes Stroh (aus dem Zoofachhandel oder vom Bauern) oder besser trockenes Buchenlaub, damit sie "Rückendeckung" haben. In den Deckel der Box habe ich einige Löcher gebohrt (ca. 1 cm im Durchmesser), damit ein guter Sauerstoffaustausch stattfinden kann. Dann sammelt sich auch kein Kondenswasser am Deckel, das auf die ruhenden Schildkröten heruntertropfen würde, wenn sie sich nicht eingegraben haben. Die meiste Zeit (keineswegs immer) bleiben meine hermannis ganz ruhig unter dieser Stroh-/Laubschicht oder eingegraben in der Erde liegen. Es graben sich aber nicht immer alle Tiere ein, manchmal bleibt auch eines einfach obenauf sitzen. Das ist kein Grund zur Beunruhigung.

Es gibt einige Halter, die ihre Tiere lieber im Freiland einwintern. Sie lassen die Tiere im Herbst im Frühbeetkasten, in dem eine Grube angelegt wird, die mit einer Mischung aus Rindenhumus und Laub gefüllt, von aussen gut isoliert und bis unter den Deckel mit Stroh oder Laub aufgefüllt wird. In diese Grube graben sich die Schildkröten dann ein. Das mag den unbestrittenen Vorteil haben, dass es für den Halter selbst mit viel weniger Arbeit verbunden ist.

Meiner Meinung nach hat diese Freilandüberwinterung jedoch einige entscheidende Nachteile:

  • Die Schildkröten sind bei uns während des Winters oft zu grossen Temperaturveränderungen ausgesetzt. Das aber bedeutet für den Organismus der Tiere eine zu grosse Belastung. Im Kühlschrank haben sie konstante Temperaturen und dadurch eine viel ruhigere Winterruhe.
  • Das Risiko, dass die Tiere von Nagetieren (Mäuse, Ratten) angefressen werden könnten, ist im Freiland relativ groß.
  • Ausserdem könnte es den Tieren im Freiland, zumindest in manchen Jahren bzw. in manchen Wohnregionen, auch zu kalt werden, wenn es harten Frost hat. Bei den Tierärzten werden nach harten Wintern sehr häufig Schildkröten mit Erfrierungen vorgestellt (erfrorene Gliedmaßen müssen amputiert werden; die Tiere sind durch erfrorene Augen zeitlebens blind; innere Organschäden, Unfruchtbarkeit)
  • Ein weiterer Nachteil der Freilandüberwinterung ist der, dass man die Tiere zwischenzeitlich nicht kontrollieren kann und sie bei einer evtl. zu starken Gewichtsabnahme (ab 10%), die immer ein Alarmsignal bedeutet, nicht früher ausgewintert werden können, um nach dem Rechten sehen zu können.

Die Temperatur im Überwinterungskühlschrank kontrolliere ich täglich. Dafür verwende ich ein elektronisches Minimum-Maximum-Thermometer, das außerhalb des Kühlschranks steht und dessen Fernfühler ich unmittelbar in das Substrat zu einer der Schildkröten stecke. So messe ich die Temperatur, die die Tiere während ihrer Ruhezeit tatsächlich haben.

Nur etwa alle 4 - 6 Wochen werden die Schildkröten selbst kontrolliert und gewogen. Praktisch ist dabei, dass der Überwinterungskühlschrank in meinem Bad steht. Für eine Kontrolle öffne ich mein Badfenster, bis die Raumtemperatur unter 10°C abgesunken ist, was ja in einem kleinen Raum nicht lange dauert. Jetzt hole ich ganz schnell meine Schildkröten der Reihe nach aus dem Kühlschrank und aus der Box, begutachte sie kurz rundherum und lege sie ganz fix auf die vorbereitete Waage. Das Gewicht trage ich gleich in meine Tabelle ein, damit ich hinterher einen guten Überblick über den Verlauf der Winterruhe habe. Das sind, neben der regelmässigen Temperaturkontrolle, meine ganzen Schildkrötenhalter-Pflichten für die 3 - 4 Monate andauernde Ruhezeit.

Es kann durchaus sein, dass sich meine Schildkröten während des Winters zwischendurch mal "melden". Ich habe festgestellt, dass gerade bei starken Wetter-Hochdruckphasen die Schildkröten im Kühlschrank bei Temperaturen von um 4°C beginnen, sich zu bewegen. Im ersten Winter war ich darüber sehr besorgt und vermutete schon eine kranke Schildkröte, die die Winterruhe vorzeitig beenden will. Das ging so weit, dass ich befürchtete, dass gleich eine Schildkröte die Tür aufmacht und alle herausspaziert kommen. Als jedoch das Hochdruckgebiet von einem gewaltigen Tief abgelöst wurde, kehrte im Kühlschrank sofort wieder Ruhe ein. Ich vermute daher, dass die Schildkröten das nahende Frühjahr in ihrem Biotop nicht nur durch höhere Aussentemperaturen wahrnehmen, sondern dass sie das nahe Winterende auch über stärkere Luftdruckschwankungen spüren. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt, dass meine Schildkröten im Kühlschrank zu bestimmten Zeiten etwas unruhig sind und achte nur darauf, ob sie sich dann auch wieder beruhigen. Sollte das bei Tiefdruck oder konstanten Witterungsverhältnissen im Freien nicht der Fall sein, kann man annehmen, dass ein Tier nicht in Ordnung ist und man sollte sicherheitshalber nachsehen.

Wenn eine Schildkröte während ihrer Winterruhe sehr unruhig schläft, ständig herumzappelt und in ihrer Box herumkratzt, dann kann man davon ausgehen, dass sie krank ist und sie sollte ausgewintert werden.

Es ist aber ganz normal, dass sich die Schildkröten während der Winterruhe auch mal bewegen und ganz langsam z. B. herumdrehen oder sich etwas höher oder tiefer eingraben. Das ist kein Anlass zur Sorge, denn die Winterruhe ist ja eine Kältestarre und kein echter Schlaf! Es kann also durchaus auch mal sein, dass sie bei einer Kontrolle gerade mit offenen Augen in ihrer Box sitzen. Ich achte aber gut darauf, dass die Temperaturschwankungen im Kühlschrank so gering wie möglich ausfallen. Das erreiche ich z. B. dadurch, dass ich alle freien Stellen um die Boxen herum mit wassergefüllten Flaschen auffülle, weil das die Temperatur besser stabilisiert. Ausserdem habe ich den sonst üblichen Kühlschrankthermostat gegen einen Spezialthermostat für Kühlhäuser ausgetauscht, weil ich damit die Temperatur fast gradgenau einstellen kann und dieses Gerät viel exakter schaltet, als ein gewöhnlicher Kühlschrank-Thermostat (muß man aber nicht machen!). Dieser Themostat hat ganz nebenbei den Vorteil, dass ich zur Beendigung der Winterruhe den Regler täglich einige Grade höher drehen kann, damit die Schildkröten langsam von 4°C auf 15°C "hochgefahren" werden. Dazu lasse ich den Tieren etwa 8 - 10 Tage Zeit; das darf nicht zu schnell gehen!

Tja, bis man richtig guckt, ist es auch schon März und die Schildkröten wollen und sollen wieder an's Tageslicht. Wichtig ist jetzt, dass die Tiere nicht einfach aus dem Kühlschrank oder von einem anderen Überwinterungsplatz genommen und in ein warmes Terrarium verfrachtet werden, das wäre zu schnell. Sie benötigen ca. 8 - 10 Tage, in denen die Temperatur langsam gesteigert wird, damit sie allmählich wieder aktiv werden können. Mit meinem Spezialthermostaten geht das recht prima.

Überwintern die Schildkröten nicht in einem Kühlschrank, kann man die Überwinterungsbox nun täglich an einen etwas wärmeren Ort stellen. Das erfordert natürlich eine sehr gute Temperaturkontrolle dieser Plätze (hier kommen in Frage: Kellerfensterschacht, Terrasse, Garage, unbeheizter Hausflur, Dachboden, etc.) Wenn in der Box nach einigen Tagen ca. 15 - 17°C erreicht sind, setze ich meine Schildkröten in ihr Terrarium. Das hat jetzt im Schlafzimmer um die 18°C Lufttemperatur. Dies mache ich meistens am späten Abend, damit die Tiere über Nacht noch etwas Zeit haben, sich zu akklimatisieren. Schon am nächsten Tag werden die Beleuchtung und der Wärmestrahler für 10 Stunden in Betrieb genommen, was die Tiere auch sofort begeistert annehmen. Nun werden sie gut beobachtet, ob sie sich normal verhalten und ich kontrolliere die Tiere rundherum.

Am selben Tag werden meine Schildkröten auch gleich gebadet, damit sie evtl. trinken können. Ein 20-Minuten-Bad in lauwarmem Leitungswasser regt auch den Kreislauf und die Verdauungsvorgänge besser an.

Einen Tag nach Beendigung der Winterruhe beginnen meine Schildkröten auch schon zu fressen. Das sind noch nicht gleich Riesenmengen, aber es wird täglich etwas mehr und nach einer Woche hat sich alles wieder eingependelt. Sofern es die Witterung erlaubt, dürfen meine Tiere dann an sehr warmen Tagen auch schon mal tagsüber ins Freigehege. Bis die Freilandsaison im April/Mai bei uns richtig beginnt, verbringen sie ihre Zeit aber meist im beheizten und gut beleuchteten Terrarium.

Hier noch eine Checkliste zum Einwintern: einfach anklicken

und hier auch noch die Checkliste zum Auswintern: einfach anklicken
 
 

Die Homepage wurde zuletzt aktualisiert am 29.05.2016    © E. K.