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Griechische Landschildkröten
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Das Wichtigste in Kürze:
Landschildkröten aus dem mediterranen Raum sind von ihren Verdauungsorganen her reine Vegetarier. Sie verdauen (fermentieren) ihre Nahrung, ähnlich wie Kaninchen oder Meerscheinchen, mit ihren hochspezialisierten Darmbakterien und einzelligen Mikroorganismen vorwiegend im Dickdarm und dem sehr gut ausgebildeten Blinddarm. Jegliche Fehlernährung bewirkt eine Störung dieses empfindlichen Milieus. Daraus folgen eine schlechtere Futterverwertung (
Mangelerscheinungen), höherer Darmparasitenbefall und diverse Allgemeinkrankungen.
Da sie als wechselwarme Tiere nur ca. 1/8 der Nahrungsmenge benötigen, die ein Säugetier benötigt, kommen sie mit sehr wenigem, ausgesuchten Futter am besten zurecht. Eine Überfütterung bewirkt zu schnelles Wachstum, Knochenbauprobleme, Herz- und Leberverfettung mit allen sich daraus ergebenden ungesunden Konsequenzen.
Deshalb muß die Nahrung für Landschildkröten folgende Kriterien erfüllen:
Ein zu hoher Eiweißgehalt (Fischmehle, Soja) und zu kalorienreiche Inhaltsstoffe (Weizen, Mais, andere Getreide, Zucker, getrocknetes Obst, Nüsse, etc.) von vielen käuflichen Schildkrötenfuttermitteln führen dazu, daß die Schildkröten zu schnell wachsen. Rachitis (Panzererweichung), Verformungen und andere schwere Erkrankungen sind die Folge: Nierenprobleme, Leberprobleme, Schweratmigkeit bis hin zur immer wiederkehrenden Lungenentzündung).
In vernünftigem Schildkrötenfutter sollte nach derzeitigen Erkenntnissen deshalb enthalten sein:
(in Trockenmasse)
Eiweiß (Protein): unter 10%
Fett: unter 3%
Kohlenhydrate (Getreidestärke, Zucker): unter 5%
Rohfaser (Ballaststoffe): über 20% - 25%
Bei einigen käuflichen Futtermitteln ist z. B. der Stärkeanteil (Getreide, Mais) um die 60% oder der Eiweißanteil über 20%!!! Davon wachsen die Schildkröten in kürzester Zeit zu wahren Monstern heran, aber mit Leber- und Nierenproblemen ohne Ende.
Nüsse, Rosinen, Milchprodukte und anderer Quatsch haben im Landschildkrötenfutter ohnehin nichts verloren. Das gibt man besser einem Hamster.
Vitaminpräparate aus dem Fachhandel bewirken oft eher das Gegenteil von dem, was sie bewirken sollten. Auch hierdurch werden die Tiere immer wieder schwer geschädigt, weil die richtige Dosierung schwierig ist und oft vor allem Vitamin A und Vitamin D viel zu viel enthalten sind: massive Hautablösung mit darauf folgendem schwersten Infektionsrisiko durch Vitamin-A-Überdosierung, Panzererweichung durch zu hohe Vitamin-D3-Gehalte.
Die natürliche Ernährung von Europäischen Landschildkröten:
In ihrem natürlichen Biotop ernährt sich eine Landschildkröte im Frühjahr und Frühsommer von den verschiedensten Gräsern, Kräutern und anderen Wildpflanzen, z. b. auch sukkulenten (wasserspeichernden) Pflanzen. Diese Pflanzen wachsen durch die relativ kargen Böden und die Trockenheit dort recht langsam. Das bedeutet aber gleichzeitig, daß diese Pflanzen Zeit haben, reichlich Fasern zu bilden und Mineralien und Spurenelemente aufzunehmen. Daher sind diese Pflanzen viel reicher an Faserstoffen, Mineralien und Spurenelementen, als unsere heimischen Pflanzen. Dagegen ist ihr Kaloriengehalt viel geringer. Im Sommer finden die Tiere wegen der Hitze überwiegend trockene Futterpflanzen. Es hat sich herausgestellt, dass eine ballaststoffarme und zu üppige Ernährung für die Schildkröte auf Dauer gesundheitsschädlich ist. Um die Ernährung für unsere Tiere möglichst gut an ihre natürlichen, "einprogrammierten" Gegebenheiten anzupassen, bedeutet dies für unsere Pfleglinge, daß wir bemüht sein müssen, möglichst feste Futterpflanzen auszusuchen, deren Gehalt an Ballaststoffen möglichst hoch ist. Je zarter das Futter ist, desto schlechter werden die enthaltenen Nährstoffe verwertet, weil der Darm das Futter zu schnell "durchschleusen" kann. Die Tiere haben dann oft auch einen sehr weichen Kot. Nebenbei verursacht ein geringer Fasergehalt im Futter oft eine stärkere Parasitenbelastung des Darms, weil der "Putzeffekt" durch die härteren Pflanzenfasern verloren geht. Ausserdem werden die Hornschneiden des Kiefers nicht genügend abgenützt, der Schnabel wird zu lang und behindert die Tiere dann beim Fressen. Die Tiere nehmen dann auch zu viel Kalorien auf. Je feiner und zarter das Futter also ist, desto ungeeigneter ist es für unsere Schildkröten. Es ist also kein sehr guter Gedanke, die Schildkröte mit zartem Futter verwöhnen zu wollen. Dies nützt später allenfalls dem behandelnden Tierarzt, der die entsprechend hohe Rechnung kassiert.
Bei der Fütterung von Schildkröten ist auch ganz wichtig, den unterschiedlichen Jahresrythmus zu beachten. Im Frühjahr kann das Futter gerne noch etwas gehaltvoller sein, damit die Tiere sich gut von der langen Winterruhe erholen und ausserdem genügend Kraft für Paarung und Eiablage sammeln können. Den Sommer zu, ab Ende Juni, sollte das Futter immer ballaststoffhaltiger werden und der Heuanteil immer grösser. Erst im Herbst, wenn es auch im natürlichen Biotop der Tiere wieder regnet und die Pflanzen neu austreiben, kann man wieder etwas gehaltvoller füttern. Dieser Rythmus ist für die Gesunderhaltung der Tiere sehr wichtig. Wird eine Landschildkröte ganzjährig zu reichlich gefüttert, neigt sie sehr schnell zur inneren Verfettung, was Leber-, Nieren- und Herzprobleme nach sich zieht. Vor allem im Sommer sollte man auch immer wieder Fastentage einlegen, sofern es die Schildkröten ohnehin nicht schon selbst machen.
Was kann ich meiner Griechischen Landschildkröte am besten füttern ?
Vom Frühjahr weg (ab März
nach der Winterruhe) sind freiwachsende Wiesenpflanzen am allerbesten geeignet:
Je gröber und fester das Futter ist, desto besser. Vor allem für große Tiere.
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Hier einige Beispiele dafür:
(Bilder zu den Pflanzen gibt es unter "Futterpflanzen", "Giftpflanzen" und "geschützte Pflanzen")
| Ackerdistel | Frauenmantel | Kamille | Skabiose |
| Acker-Hellerkraut | Gänseblümchen | Klee (bedingt geeignet) | Spargelerbse |
| Acker-Rettich | Gänsedistel | Klettenlabkraut | Springkraut |
| Acker-Stiefmütterchen | Gauchheil | Labkraut | Sternmiere |
| Akelei | Gilbweiderich | Leimkraut | Storchschnabel |
| Beinwell, rot und gelb | Glockenblume | Lichtnelke | Taubnessel, alle Sorten |
| Braunelle | Günsel | Lungenkraut | Vergissmeinnicht |
| Brennessel | Habichtskraut | Löwenzahn | Vogelmiere |
| Brombeerblätter | Hartheu | Malve | Wegerich, alle Arten |
| Erdbeerblätter | Hibiskus | Mariendistel | Wegwarte |
| Ferkelkraut | Himbeerblätter | Milchdistel | Weidenröschen |
| Fetthenne | Hirtentäschel | Nachtkerze | Wiesenknopf |
| Fingerkraut | Hohlzahn | Pfennigkraut | Winde |
| Flockenblume | Herbstlöwenzahn | Rainkohl | Wucherblume |
| Baumlaub als Futter: | Linde | Weide | Weissdorn |
Weitere Vorschläge dafür und sehr viele Bilder finden Sie auf dieser Seite:
Schildkröten-Futterpflanzen
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| Romanasalat (Römersalat, Latuga, sehr guter Kalziumgehalt!) |
Endiviensalat | Eissalat (leider oft stark nitratbelastet!) |
| Feldsalat (wenig geeignet, weil sehr phosphor-reich) |
Friseesalat | Ruccola (zu ballaststoffarm!) |
| Radicchiosalat | Riesenlöwenzahn (leider oft stark nitratbelastet!) |
manche Küchenkräuter (keine Kresse, Petersilie, Schnittlauch, Basilikum) |
Insgesamt versuche ich aber, sowohl Salate als auch Gemüse so selten wie möglich zu füttern!
Zuckergehalt, Nitratgehalt und bei den Salaten der Eiweißgehalt sind für die mediterranen Tiere in der Regel viel zu hoch.
Ich trockne mir in den letzten Jahren im Sommer immer häufiger Wiesenfutter zur Verfütterung in wiesenfutterlosen Zeiten. So erhalten die Tiere auch in dieser Zeit wirklich gesundes Futter. Wichtig ist dabei aber auch die Lagerung der getrockneten Pflanzen. In Stoffbeuteln oder im luftigen Karton und in einem wirklich trockenen Raum aufbewahrt halten sie sehr lange. Feuchte Lagerung oder Lagerung in Plastikbeuteln oder Plastikboxen führt unweigerlich zur Schimmelbildung und damit zu Leberschäden bei den Schildkröten (Schimmelpilze sind giftig!)
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Prinzipiell gilt bei der gesamten Ernährung: je mehr Abwechslung, desto gesünder!
Wichtig ist dabei, auf ein gutes Kalzium-Phosphor-Verhältnis zu achten. Das Kalzium sollte möglichst überwiegen. (Ca:P-Verhältnis 2 : 1)
Um aber wieder auf den Fasergehalt der Nahrung zurück zu kommen: den müssen wir auf irgend eine Weise ergänzen! Das ist für die Landschildkröte enorm wichtig! Hier bietet sich am besten Heu an. Unter Heu verstehe ich hier aber kein Heu für Hasen und Meerschweinchen, sondern schönes, blättriges Heu aus Wiesenkräutern und Gräsern, das ruhig trotzdem sehr fest sein darf. In dieser Art gibt es dies leider nicht zu kaufen, also produziere ich mein Heu im Sommer selbst. Ich schneide alles an Wiesenpflanzen, was den Sommer über gefüttert wird, und lege es an heissen Tagen auf meine Terrasse zum Trocknen aus. In einen großen Stoffsack (z. B. Kopfkissenbezug) gefüllt (keinen Plastiksack nehmen wegen Schimmelgefahr!) hält es den ganzen Winter über bis zum nächsten Sommer. Meine Tiere fressen dieses Heu sehr gerne und ihr Kot ist immer schön fest. Gerade für Europäische Landschildkröten bietet sich auch das Futter der
Firma Agrobs an. Dieses heuähnliche Futter besteht aus kleingehäckselten, in Pelletform gepressten Wiesenpflanzen und hat einen besonders hohen Rohfasergehalt.
Noch ein Wort zu Kalzium: Schildkröten haben einen relativ hohen Kalziumbedarf. In ihren Ursprungsländern ist das Kalzium in den Futterpflanzen genügend enthalten, bei uns müssen wir das Kalzium ergänzen. Meine Tiere bekommen deshalb ständig die Schalen von Hühnereiern (vom Frühstücksei einfach aufheben; keine Schalen von rohen Eiern) oder
Sepiaschale.
Sepiaschale ist der Rückenschulp einer Tintenfischart aus dem Mittelmeer (gibts im Zooladen zu kaufen). Sie entält über 30% Kalzium und ist deshalb ideal für unsere Schildkröten. Damit ich das Kalzium nicht überdosiere, biete ich beide Dinge einfach zerkleinert lose im Terrarium an. Die gekochten Hühnereierschalen werden gut kleingedrückt einfach ausgestreut (bitte aber nicht für ganz kleine Landschildkröten wegen evtl. Verletzungsgefahr), die Sepiaschale lässt sich mit dem Messer gut in kleine,
mundgerechte Würfelchen schneiden und wird ebenfalls einfach ins Terrarium gestreut. Schon meine Kleinen beißen auch ganz gerne von der ganzen Schale ab. Die Tiere wissen im Allgemeinen recht gut, wann sie Kalzium benötigen und fressen es phasenweise ganz von alleine. Man muss nur darauf achten, daß der Nachschub gesichert ist. Dann kann eigentlich nichts schief gehen.
Wird kein Kalzium angeboten, bekommen die Tiere über kurz oder lang Rachitis, das heisst sie bekommen Panzererweichung (als erstes fühlt sich der Bauchpanzer an wie Gummi, später dann der ganze Panzer), die vom Tierarzt mühsehlig behandelt werden muss und manchmal bleiben trotzdem Folgeschäden, wie z. b. ein deformierter Panzer oder deformierte Kieferknochen.
Um das Kalzium aber auch aufnehmen zu können, benötigen die Tiere unbedingt UV-Strahlen. Hierzu mehr unter dem Menüpunkt
Biologie / UV-Versorgung.
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Hier kann das Programm zum Anzeigen und Ausdrucken von pdf-Dokumenten kostenlos heruntergeladen werden
Die Homepage wurde zuletzt aktualisiert am 23.05.2010 © E. K. ![]() |