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Griechische Landschildkröte, Testudo hermanni - krank, Legenot

Griechische Landschildkröten
(gilt auch für Maurische Landschildkröte und Breitrandschildkröte)

Legenot

Diese Seite basiert auf dem Artikel
"Beiträge zu den Erkrankungen der Geschlechtsorgane von Reptilien aus klinischer Sicht"
von Herrn Dr. Lutz Sassenburg in der Zeitschrift "Der praktische Tierarzt" (81:2, S. 142 - 149 , 2000),
den mir Herr Dr. Sassenburg freundlicherweise nachträglich zur Verfügung stellte.

 

   Übersicht:   Testudo hermanni mit Legenot
Testudo hermanni mit Legenot
Was ist Legenot
Wie kommt es zur Legenot
Wie erkennt man eine Legenot?
Wie hilft der Tierarzt?
Wie kann man Legenot vermeiden?
 
 
 

 

Was ist Legenot?

Legenot ist bei erwachsenen Schildkrötenweibchen ein krankhafter Zustand, bei dem sie zwar fertig entwickelte Eier im Eileiter tragen, sie aber aus irgendwelchen Gründen nicht ablegen können.
 

Wie oder warum kommt es zur Legenot?

Die Gründe dazu können sehr verschieden sein.

  • Dies können "mechanische" Probleme sein, ausgelöst z. B. durch zu enge Geburtswege oder zu groß ausgebildete und/oder mißgestaltete Eier (die aber wieder ihre eigene Ursache haben!).
    Auch eine zu groß ausgebildete Klitoris (Virilismus) kann eine Eiablage be-/verhindern.
    Weiterhin kann Legenot ganz einfach auch entstehen, wenn ein Weibchen durch viel zu schnelles Wachstum zu flach gewachsen ist. In so einem Fall ist manchmal der Spalt zwischen Schwanzschild oben und Afterschild unten für die Eier zu eng. Ein erfahrener Tierarzt sollte bei so einem Tier bei Eintritt der Geschlechtsreife einen Teil eines der Schilder kürzen, um eine spätere Legenot von vornherein zu verhindern. Wenn die Legenot erst mal eingetreten ist, dann übersteht eine Schildkröte den zusätzlichen Eingriff der Panzerkorrektur oft recht schlecht.
     
  • Legenot durch Vitamimangel und/oder Kalziummangel oder UV-Mangel durch schlechte oder einseitige Ernährung und/oder zu geringe UV-Bestrahlung. Hier sind die Eier oft deformiert oder zu wenig oder sehr ungleichmäßig beschalt.
     
  • Auch hormonelle Störungen (z. B. durch Veränderung der Schilddrüsenfunktion oder der Keimdrüsenfunktion) kommen vor. Das ist aber noch zu wenig erforscht.
     
  • Durch zu kalte Haltung kommt es auch sehr oft zu Problemen mit der Eiablage (nicht nur) für trächtige Weibchen an kalten Tagen auch im Freiland einen Wärmestrahler installieren.
     
  • Weitere Ursachen können sein: unbefruchtete (unbeschalte) und eingetrocknete, teilresorbierte Dottermassen, mumifizierte Feten und infizierte Geburtswege.
     

  • Sehr oft kommt es auch vor, daß die Weibchen keine geeigneten Eiablageplätze vorfinden.
    Die sehr ortstreuen Tiere suchen in ihrem angestammten Territorium einen in ihren Augen passenden Eiablageplatz aus. Feuchtigkeit, Körnung des Bodengrundes, Wärme und Tiefe des Ablageortes spielen dabei für sie eine erhhebliche Rolle. Diese Auswahl-Kriterien sind von Art zu Art, aber manchmal auch zusätzlich noch individuell verschieden. Steht für das Weibchen kein passender Eiablageort zur Verfügung, dann hält es u. U. die Eier zurück. Desgleichen bei einem kurz zuvor stattgefundendenen Ortswechsel (Verkauf des Tieres oder Umsetzen in ein anderes Gehege). Aus diesen Gründen halten manche Tiere die Eier zurück.
    Das ist nicht ungefährlich, weil die Eier immer mehr beschalt werden. Die Kalkschale wird rauh und zu dick, gleitet dann bei einer späteren medizinisch provozierten Eiablage um so schlechter durch den Eileiter oder die Kloake. So eine Eiablage ist für die Schildkröte dann sicher sehr schmerzhaft. Manchmal muß man solche Eier sogar mit einer Sonde zerbrechen, weil sie gar nicht mehr durch die Kloake passen.
     
  • Nicht zulezt sorgen immer wieder aufdringliche Männchen dafür, daß die Weibchen zu wenig Ruhe zur Eiablage haben. Auch hier werden dann die Eier zurück gehalten, bis der kritische Zustand der Legenot eintritt. Deshalb immer das/die Männchen in ein anderes Terrarium/Gehege setzen, wenn ein Weibchen Eier ablegen will. Eigentlich sollten die Männchen generell nicht ganzjährig bei den Weibchen gehalten werden, um unausbleibliche Stresssituationen durch ständige Paarungsversuche für die Weibchen zu vermeiden.
     
  • Da die Weibchen bei uns häufig zu schnell wachsen und dadurch früher geschlechtsreif werden als in freier Natur, kann es durch mangelnde Entwicklung des Körpers, vor allem durch Kalziummangel, ebenfalls zur Legenot kommen.
     
  • Gar nicht so selten gibt es aber auch den Fall, daß die Schildkrötenbesitzer noch gar nicht darauf eingestellt sind, daß ihr Weibchen überhaupt Eier legen könnte. Ihnen ist nicht klar, daß auch alleine gehaltene Weibchen Eier ausbilden können oder aber sie wissen nicht, wann eine Schildkröte geschlechtsreif wird (siehe unter Biologie / Geschlechtsreife).
     
  • Übrigens zählt auch das Verwerfen der Eier, also die offene Ablage mitten im Gehege oder im Unterschlupf ohne Eingraben der Eier, zu den anormalen Störungen. Auch in solchen Fällen, die in diesem Fall eher glimpflich abgelaufen sind, sollten die Eiablagemöglichkeiten für das/die Weibchen dringend überdacht werden, um späteren Legenotsituationen vorzubeugen.


Wie äußert sich Legenot?

Wenn alle Maßnahmen nicht klappen und die Eier nicht abgelegt werden können, dann "überlagern" sie und damit beginnen die Probleme. So ein Weibchen zieht sich nach der immer vorausgehenden "unruhigen" Phase durch die vergebliche Suche nach einem geeigneten Eiablageplatz immer mehr zurück und wird immer ruhiger. Sie frisst dann auch immer schlechter oder gar nicht mehr. Typisch für solche Weibchen ist dann auch, daß sie sich an relativ kühle Stellen zurückziehen und nicht mehr in die Sonne wollen, also Wärme meiden (z. B. nur noch im Unterschlupf sitzen). Spätestens jetzt sollte man so ein Weibchen sehr rasch einem schildkrötenerfahrenen Tierarzt vorstellen. Auch am Sonntag!

Wie kann der Tierarzt helfen?

Der schildkrötenerfahrene Tierarzt wird die Dame als erstes mal röntgen und/oder per Ultraschall untersuchen. So sieht er, wo und warum genau die Eier festsitzen und vor allem die Anzahl der Eier und deren Größe, Form und Beschalungszustand. Er vergewissert sich, ob die Ursache nicht vielleicht sogar ein Tumor, ein Abszess oder ein starker Parasitenbefall ist. Er kann daraufhin mit Verabreichung von Elektrolyten, Glucose und/oder Amminosäuren und einer Kalziuminjektion und gleichzeitig einem warmen Bad (30 - 35° warmes Wasser) eine Eiablage provozieren.
Ist das nicht ausreichend, wird er ein Medikament injezieren, das die Wehen zur Eiablage auslöst. Manchmal klappt auch das nicht richtig, weil man das Medikament bei geschwächten Tieren nicht hoch dosieren darf. Hierzu gehört also eine gute Portion Fingerspitzengefühl und Erfahrung.
In manchen Fällen müssen die Eier per Operation wie bei einem Kaiserschnitt geholt werden. Dabei werden ein Stück Bauchpanzer ausgeschnitten, die Eier aus dem Eileiter geholt und das Stück wieder eingesetzt. Diese Operation ist für eine Schildkröte schon sehr aufwändig und anstrengend. Nicht immer überleben die durch die Legenot geschwächten Tiere diesen Eingriff.

Wie kann man Legenot vermeiden?

Wenn ein Weibchen auf der Suche nach einem Eiablageplatz ist, dann läuft es viel herum, schnüffelt den Boden ab und macht manchmal hier und dort eine "Probegrabung", vielleicht um den Boden auf seine Eignung für einen Brutplatz zu prüfen. Es kann bei sehr schleckigen Weibchen, aber auch bei nicht so ideal angelegten Eiablageplätzen durchaus mal eine gute Woche dauern, bis sie einen geeigneten Ort auserkoren haben. Hier sollte der Halter auch ein wenig herum experimentieren und der Dame verschiedene Möglichkeiten anbieten. Leicht feucht und warm (ganztägig sonnenbeschienen), ausreichend tief zum Graben und mit lockerer Bodenstruktur muß der Platz aber in jedem Fall sein. Ein Sand-Erde-Gemisch an ganztägig sonnenbeschienener Stelle im Gehege zu einem ausreichend hohen Hügel (mindestens eine Panzerlänge als Höhe, besser mehr!) aufgeschüttet und leicht feucht gehalten ist die Grundlage für eine erfolgreiche Eiablage bei allen europäischen Landschildkröten. T. horsfieldii hat zudem recht gerne einen leichten Überhang aus Laub (Äste eines Busches, Bambus), weil diese Art ihre Eier in der Natur meist in langen Gängen ablegt!
Männchen sind spätestens während der Eiablagephase aus dem Gehege/Terrarium zu entfernen!
Gerade erst geschlechtsreif gewordene Weibchen, die bei uns geboren sind, sollten nicht sofort zur Zucht genutzt werden, bzw. nicht mit Männchen zusammen leben, damit sie nicht sofort Eier ausbilden, sondern ihr Organismus noch etwas ausreifen kann. So können die jungen Weibchen die benötigten Dotteraufbaustoffe besser erst einnal für ihre eigene Entwicklung nützen.

Besser ist es daher in jedem Fall, daß man durch abwechslungsreiche Ernährung und regelmäßige Kalk- und UV-Strahlen-Versorgung, aber auch mit einem ausreichendem Wärmeangebot, einem geeigneten Eiablageplatz und durch stressfreie Haltung dafür sorgt, daß es gar nicht erst zu einer Legenot kommt.

Sollte bei einem Ihrer Schildkrötenweibchen aber schon eine Legenot eingetreten sein, auch wenn Sie nur den Verdacht dazu haben, sollten Sie umgehend einen schildkrötenerfahrenen Tierarzt aufsuchen, sogar auch am Wochenende!

Sehen Sie unbedingt davon ab, an solchen ohnehin schon geschwächten Weibchen selbst heumzudoktern. Übermäßige (extrem schmerzhafte) Wehen und ineinander geschobene und geplatzte Eier durch eigenmächtige Oxytozinverabreichung oder infizierte Eileiter durch durch Laien eingeführte Öle schaden den Tieren mehr als sie nützen!
Je früher so eine Schildkröte einem Tierarzt vorgestellt wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, daß sie nicht allzu geschwächt behandelt werden kann und sie diese lebensbedrohliche Situation gut übersteht. Bitte gehen Sie nicht zum nächsten Kleintiertierarzt um die Ecke. Zu oft werden dort Schildkröten von den leider schildkröten-unerfahrenen Ärzten falsch behandelt.
Geeignete Adressen finden Sie HIER


 
 

Mein herzlichster Dank für die grossartige Unterstützung zu dieser Seite geht an:

Herrn Dr. Lutz Sassenburg
Tierärztliche Klinik für Klein- und Heimtiere
Alt Biesdorf 22
12683 Berlin
Tel: 030 / 5 14 37 60
Fax: 030 / 5 14 46 59
www.tierklinik-in-biesdorf.de

 
 

Die Homepage wurde zuletzt aktualisiert am 29.05.2016    © E. K.