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krank, Parasiten - Griechische Landschildkröte, Testudo hermanni

Griechische Landschildkröten
(gilt auch für Maurische Landschildkröte und Breitrandschildkröte)

Parasiten

 

 

    Übersicht:   Spulwurmbefall
Warum Parasitenbefall?
Übertragungswege
Vorbeugung
 
 
 
 
 
 

 

Warum bekommen Schildkröten Darmparasiten?

Hier wird vielen Lesern vielleicht etwas unwohl werden, aber Hand auf's Herz: Es besteht kein Zweifel darüber, dass ein starker Parasitenbefall unmittelbar mit einer falschen Haltung und Ernährung der Tiere zu tun hat. Es sind reine Schwächeanzeichen!
Gründe dafür können sein:

  • Stress: ein unmittelbar vorangegangener Ortswechsel (Neukauf, Umstellungsstress) oder Stress durch zu aufdringliche Terrarien-/Freigehegemitbewohner. Vor allem die Schildkröten-Männchen sind hier manchmal ausgesprochen lästige Zeitgenossen, die unterlegenen Männchen oder den Weibchen durch ihr aufdringliches Verhalten (Paarung, Unterdrückung) erheblich schaden können.
  • Wenn die Schildkröten dauernd hochgehoben und getätschelt werden, ist das ebenfalls sehr stressig für sie. Es sind nun mal Bodenbewohner, die nicht damit zurechtkommen, wenn sie dauernd herumgetragen werden.
  • Ein zu geringes Platzangebot ist für alle Lebewesen Stress pur. Man geht sich leicht "auf die Nerven", wenn man sich nicht richtig rühren kann und sich gegenseitig zu nah auf der Pelle sitzt. Auch Einzeltiere benötigen genügend Raum um sich herum. Größere Behälter und mehr Rückzugs-, Sichtschutz- und Versteckmöglichkeiten schaffen Abhilfe.
  • Zu dunkle Haltung und/oder ein zu geringes Wärmeangebot, bei trockeheitsliebenden Schildkröten wie T. horsfieldii auch zu feuchtes Wetter kann einen Parasitenbefall eindeutig fördern.
  • Eine zu dichte Haltung aufeinander verstärkt nicht nur durch Stress den Parasitenbefall, sondern die Schildkröten haben durch zu geringe Behältergrößen viel eher die Möglichkeit, mit den ausgeschiedenen Parasiten des Kollegen in Berührung zu kommen. Auch hier also wieder: Genügend große Terrarien und Freigehege anbieten!
  • falsche Ernährung: zu wenig Ballaststoffe, zu feines Futter, viel zu viel Salat und zu wenig Wiesenfutter, zuckerhaltiges Obst und stärkehaltiges Gemüse stören die Darmflora und machen den Darm empfänglich für alle Arten von Darmparasiten. Gerade Zucker und Stärke liefern ein Eldorado für einzellige Darmparasiten.


Wie können diese Parasiten auf Schildkröten übertragen werden ?

Schon kurz nach dem Schlupf aus dem Ei kommt die kleine Schildkröte mit den ersten Wurmeiern in Berührung, wenn sie ihre Eischale frisst, wo von der Mutter her einige Wurmeier dranhängen! (Dr. Mutschmann, 2002) Hauptsächlich infizieren sich die Schildkröten gegenseitig oder sogar selbst (Re-Infektion), wenn die hygienischen Bedingungen im Terrarium oder Freigehege nicht in Ordnung sind. Zu selten gewechseltes (vor allem feuchtes) Bodensubstrat kann eine Vielzahl von Wurmeiern oder Einzellern beherbergen. Die Schildkröten nehmen ihre eigenen ausgeschiedenen Parasiten mit dem Futter wieder auf. Auch im Freiland. Mit unserem Wiesenfutter können ebenfalls Parasiten, deren Larven, Eier oder Zysten übertragen werden, auch wenn die Schildkröte selbst nie in einer Wiese gesessen hat. Daher sind regelmäßige Kotkontrollen beim Tierarzt notwendig.

Wie kann man Darmparasiten besser verhindern ?

Ganz ist das leider nie möglich, aber:

    Eine Optimierung der Haltungsbedingungen ist die beste Vorbeugung gegen Darmparasiten:
     
  • kein fester Futterplatz, vor allem bei mehreren Tieren (weil sonst alle an der gleichen Stelle ihren Kot abgeben)
  • Lichtstarke Strahler im Terrarium
  • eine genügend hohe Temperatur unter dem Wärmespot (40°C)
  • im Freiland ein wärmender Frühbeetkasten und bei längeren Schlechtwetterperioden vor allem nachts ein zusätzlicher Wärmestrahler oder der Umzug ins Zimmerterrarium
  • Abtrennen von lästigen Männchen oder unverträglichen Tieren
  • Vergrößerung des Platzangebotes, mehr Verstecke als Rückzugsmöglichkeit
  • eine Futterumstellung zugunsten ballaststoffreicherer Nahrung
Dies alles wirkt sich positiv auf das Wohlbefinden der Schildkröten aus.
Da die Schildkröten im Naturbiotop viel mehr Platz haben, sich aus dem Weg gehen können, ausreichend Sonne (Wärme und Licht) haben und mit dem Futter viel mehr Ballaststoffe aufnehmen, als bei uns, kommen sie in ihren natürlichen Lebensräumen auch mit (den wenigen) Darmparasiten viel besser zurecht. Es hat sich herausgestellt, dass ein möglichst grosser Ballaststoffanteil im möglichst hartblättrigen Wiesenfutter den Darm besser "durchputzt", als weiches, ballaststoffarmes Futter (Salate). Die groben Fasern im Naturfutter halten die Parasitenzahl i. d. Regel auf einem Minimum, welches die Schildkröte verkraften kann. Daher ist es auch aus diesem Grund notwendig, die Tiere nicht mit weichen, zarten Futterpflanzen verwöhnen zu wollen. Man tut ihnen damit keinen Gefallen !
Mittlerweile gibt es speziell für Schildkröten sogar Futterzusätze, welche dem hier erhältlichen Wiesenfutter und vor allem den Salaten im Winter zusätzliche Ballaststoffe zuführen: von der Firma Agrobs: Pre alpin Testudo; von Frau Dr. Dennert: Reptosan H. Beides finden Sie in diesem Online-Shop unter "Terraristik - Trockenfutter". Diese Spezial-Futtermittel dürfen auf keinen Fall mit anderen Trockenfuttermitteln anderer Firmen gleichgesetzt werden !  Alle anderen Fertigfuttermittel für Schildkröten verursachen wegen ihrem viel zu hohen Eiweißgehalt leider unweigerlich Nierenprobleme.
 
 
Die Homepage wurde zuletzt aktualisiert am 17.11.2017    © E. K.