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Schildkröten-Herpes, www.t-hermanni.de

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(gilt auch für alle anderen Landschildkröten)

von allen gefürchtet: Schildkröten-Herpes

 

 

Schildkröten-Herpes, www.t-hermanni.de  
   Übersicht:   Ein totkrankes Tier

 

 

 

  

was ist Herpes?
Übertragungswege
Inkubationszeit
Welche Symptome treten auf?
Welche Schildkrötenarten sind betroffen?
Virus-Nachweis / Herpestest
Wer führt den Test durch?
Auf wen ist Herpes übertragbar?
Ist Herpes heilbar?
Vorbeugung
Sonstiges
 
 Herpestiere-Vermittlung

 

Schon vor 5 Jahren berichtete mir ein versierter Schildkrötenhalter von einem rätselhaften Massensterben in seinem Schildkrötenbestand.
Damals, vor 15 Jahren, hielt er schon viele Jahre lang Testudo hermanni boettgeri, Testudo horsfieldii und Testudo marginata in einem Gewächshaus und einem angrenzenden Freilandgehege. Er galt in seiner Umgebung als einer der "Verrückten", der so "langweilige Tiere" wie Schildkröten hielt. Deshalb brachte man ihm auch immer wieder einmal Tiere, die irgend jemand in seiner Region nicht mehr haben wollte. So geschah es auch im September 1988. Ein taffes boettgeri-Männchen zog in seinen Garten ein. Als erfahrener Halter wusste er natürlich über Dinge wie Parasiten bescheid und setzte das Kerlchen nach der obligatorischen Wurmkur erst einmal in Quarantäne. Auch die Winterruhe verbrachte das Tier an einem separaten Ort. 6 Wochen nach der Winterruhe erwies sich das Männchen als putzmunter und fidel, wirkte absolut gesund. Also zog es in das Gewächshaus zu den anderen Schildkröten um.
3 - 4 Wochen später zeigten die teils viele Jahre lang gehaltenen Schildkröten auf einmal sehr seltsame Symptome: sie benahmen sich sehr ungewöhnlich, wurden ruhiger, bekamen Schnupfen, einigen tränten die Augen und sie frassen schlechter. Vor allem die T. hermanni wirkten z. T. fast apathisch und das Fressen schien allen sichtlich schwer zu fallen. Manche Tiere hatten eigenartige Bewegungsstörungen. Dann begann das grosse Sterben. Ein Tier nach dem anderen lag tot im Gehege oder im Gewächshaus. 6 Wochen nach Zusetzen des Männchens zu der Gruppe hatte der entsetzte Schildkrötenhalter über 30 Tiere beerdigt. Von seinen sechs T. horsfieldii überlebte kein einziges Tier, von seinen T. hermanni nur zwei und natürlich dieses neue boettgeri-Männchen. Am wenigsten schienen seine T. marginata von der Seuche betroffen zu sein, hier überlebten die meisten Tiere. Dem Schildkrötenfan war zum Heulen. Er wälzte die einschlägige Literatur, fand aber damals keine plausible Erklärung für dieses Massensterben. Einige Jahre später begegnete ihm in einer Zeitschrift ein Artikel über Schildkröten-Herpes. Bingo! Der hier beschriebene Verlauf der Erkrankung und die Symptome passten genau zu seinen schmerzlichen Erlebnissen. Einige Zeit später liess er seine verbliebenen Tiere auf das Virus testen: herpespositiv!

  

Was ist Herpes?

Herpes ist eine Virusinfektion bei Schildkröten, die seit etwa Ende der 80er Jahre bekannt ist. Man vermutete zuerst, daß das Virus durch nordafrikanische Landschildkröten bei uns eingeschleppt wurde. Mittlerweile geht man eher davon aus, daß es von südtürkischen Maurischen Landschildkröten aus auf unsere Schildkröten übertragen wurde. Dieses Virus (mittlerweile hat man bei Schildkröten 3 verschiedene Stämme gefunden) breitet sich im Organismus langsam immer weiter aus, schädigt die Organe und schliesslich die Nervenbahnen. Leider ist es nicht so harmlos, wie wir es sonst von einigen menschlichen Herpesviren her kennen. Diese Herpesinfektion ist für viele Schildkröten tödlich.

Wie bekommen die Schildkröten Herpes?

Der genaue Übertragungsweg ist noch nicht geklärt. Es ist jedoch anzunehmen, dass das Virus auf ähnlichem Weg übertragen wird, wie das HIV-Virus: über Blutkontakt, Speichelkontakt, den Kontakt mit Ausscheidungen (Kot, Urin). Eventuell auch über eine Paarung. Im Moment müssen alle Möglichkeiten in Betracht gezogen werden, weil man darüber noch zu wenig weiß. Selbst das Verschleppen des Virus von einem Terrarium oder Freigehege in ein anderes über Schuhwerk oder Hände ist nicht ausgeschlossen. Also ist im Umgang mit Neuankömmlingen und herpesinfizierten Tieren höchste Vorsicht geboten. Für neu angeschaffte Tiere ist unbedingt eine Quarantänezeit von mindestens einem Jahr erforderlich. Siehe dazu auch den Menüpunkt "Quarantäne".

Wie lange dauert die Inkubationszeit?

Die Inkubationszeit (= die Zeitspanne von Ansteckung bis Ausbruch der Krankheit) kann bei Herpes sehr unterschiedlich sein. Die kürzeste Zeitspanne bewegt sich etwa in einem Zeitraum von 1 - 6 Wochen. Manche Tiere versterben schon eine Woche nach Auftreten sichtbarer Krankheitszeichen. Bei vielen Tieren bricht die Krankheit innerhalb eines Jahres aus. Das Virus baut seine Erbsubstanz in das Erbgut seines Wirtes ein und kann so aber auch viele Jahre lang unerkannt leben. Maßgeblich entscheidend für den Ausbruch der Erkrankung ist psychischer und physischer Stress: Umsetzen der Tiere, Änderung der Gruppenstruktur, beengte Platzverhältnisse, schlechte Haltungsumstände (Temperaturen, Licht, UV-Versorgung) begünstigen einen Ausbruch der Krankheit.

Wie sind die Symptome von Herpes?

Das schlimme an einer Herpesinfektion ist, dass die Tiere keineswegs immer eindeutige Symptome aufweisen. Grundsätzlich zeigen die Tiere häufig ein verschlechtertes Allgemeinbefinden. Sie verhalten sich träger, fressen schlecht und wirken teilnahmslos und schläfrig. Bei manchen Tieren äussert sich die Infektion durch einen leichten Schnupfen, bei anderen (zusätzlich) mit tränenden Augen, verstärktem Durst und/oder Schluck- und/oder Atembeschwerden durch eine Entzündung der Schleimhäute des Verdauungstraktes. Es sind weisslich-gelbe, käsige Beläge im Maul oder aber auch nur eine Rötung des Gaumens und der Zunge möglich. Auch Bewegungsstörungen sind im fortgeschrittenen Stadium möglich (z. B. sich im Kreis drehen oder unnatürliche Kopfstellungen). Andere Tiere wieder zeigen überhaupt keine Symptome und versterben scheinbar plötzlich und grundlos. Diese Virusinfektion kann bei manchen virusresistenten Tieren unterschiedliche Phasen haben, d. h. es gibt Phasen, wo die Infektion durch die unterschiedlichsten Symptome (Schnupfen!) erkennbar ist und den Tieren entsprechende Probleme macht. In dieser Zeit werden auch Viren ausgeschieden, das Tier kann also andere Schildkröten anstecken. Es gibt aber auch Phasen, wo das Virus zurückgezogen in die Nervenbahnen passiv lebt und den Tieren viele Jahre lang keinerlei Beschwerden bereitet. In dieser Zeit werden keine Viren ausgeschieden. Diese Schildkröten müssen jedoch als Risikotiere angesehen werden, da das Virus auch dann wieder aktiv wird, wenn die Antikörperzahl in der Schildkröte zu stark abgesunken ist. Ob dies gerade der Fall ist, ist vielen Tieren nicht anzumerken. Manchmal bekommen sie dann einen leichten Schnupfen, die Erkrankung kann voll ausbrechen, es können aber auch jegliche Symptome fehlen. Das ist abhängig von den Lebensumständen der Schildkröte.

Welche Schildkröten können Herpes bekommen?

Nach derzeitigem Wissensstand können alle Schildkrötenarten mit dem Herpesvirus infiziert werden. Es gibt auch herpesinfizierte Wasserschildkröten. Interessant ist bei dieser Infektion, dass unterschiedliche Schildkrötenarten recht unterschiedlich mit dem Virus zurecht kommen. Z. B. weiß man inzwischen, dass Testudo hermanni (Griechische Landschildkröte) mit dem Virus sehr schlecht umgehen kann. Oft bricht die Krankheit schon innerhalb der ersten Wochen nach der Ansteckung aus und viele Tiere versterben innerhalb der nächsten 6 Wochen. Das darf aber nicht zu der Annahme verleiten, dass symptomfreie "Griechen" herpesfrei sein müssen! Die Testudo graeca-Unterarten (Maurische Landschildkröten) und Testudo horsfieldii (asiat. Steppenschildkröte) stecken das Virus schon besser weg. Es gibt viele Tiere, die lange Zeit unerkannt herpesinfiziert leben. Testudo marginata (Breitrandschildkröte) scheint mit dem Virus am besten zurecht zu kommen. Sehr häufig zeigen sie keinerlei Symptome, die für den Laien erkennbar wären und das über sehr viele Jahre, wenn nicht Jahrzehnte. Gerade auch deshalb ist eine mindestens einjährige Quarantänezeit für alle neu erworbenen Schildkröten dringend anzuraten. Am Anfang und am Ende der Quarantänezeit sollte man auf jeden Fall einen Herpestest machen lassen.
Gerade weil die Schildkröten auf das Virus so unterschiedlich reagieren, sollten alle Schildkrötenhalter, egal ob es sich dabei um "Grosszüchter" handelt oder um Lieschen Müller mit zwei kleinen Krötlis im heimischen Garten, damit rechnen, dass ihre Tiere oder erst recht neu dazugekaufte Tiere infiziert sein könnten und entsprechende Vorsicht walten lassen. Das Virus kann, wenn wir unvorsichtig sind, nach und nach unsere gesamten Bestände auslöschen!

Wie kann man das Herpesvirus nachweisen?

Im Moment gibt es zweierlei Testverfahren für den Nachweis einer Herpesinfektion.

  • Der Antikörpernachweis:
    Hier wird mittels einer Blutentnahme das Blut der Schildkröte auf Antikörper untersucht, die sie nach der Ansteckung gegen das Virus gebildet hat. Diese sogenannte Titerbestimmung ist leider keine hunderprozentige Sache. Bei vielen Tieren sind 4 - 6 Wochen nach der Ansteckung die Antikörper nachweisbar. Bei manchen Tieren dauert es sehr lange, bis sie Antikörper bilden: bis zu einem Jahr. Es gab aber auch schon einzelne Schildkröten, die erst nach 4 Jahren Antikörper ausgebildet hatten. Will man also bei einem Neuankömmling sicher gehen, dass er nicht herpesinfiziert ist, sollte der Herpestest nicht nur 6 - 8 Wochen nach dem Kauf erfolgen, sondern evtl. zusätzlich einige Wochen später und am Ende der einjährigen Quarantänezeit wiederholt werden.
    Das heimtückische an diesem Virus ist, dass die Menge der nachweisbaren Antikörper im Laufe der Zeit nachlässt, wenn sich das Tier in guter Verfassung befindet und eine optimale Haltung erfährt. Schon einige Jahre nach der Infektion kann es sein, dass eine Titerbestimmung nicht mehr möglich ist, weil die Antikörperzahl unter der technisch möglichen Nachweisgrenze liegt. Wenn ein Tier einer Stresssituation ausgesetzt ist (Zeit nach der Winterruhe, Paarungszeit, Trächtigkeit, Umstellung bei Verkauf, Haltungsverschlechterung, plötzliche starke Konkurenz durch andere Schildkröten-männchen-, etc.), kann es sein, dass das Virus wieder aktiv wird und so die Zahl der Antikörper wieder ansteigt oder aber die Krankheit zum Ausbruch kommt. Der Test sollte also mindestens einige Wochen (ca. 6-8) nach der Winterruhe oder nach der Umstellung beim Käufer eines Tieres erfolgen.

    Leider sind bei frisch infizierten Tieren oft noch keine Antikörper im Blutserum nachweisbar, weil Schildkröten ein relativ träges Immunsystem haben. So kann es passieren, dass ein erster Herpestest negativ ausfällt oder sogar akut erkrankte Schildkröten mit eindeutigen Symptomen noch keine Antikörper gebildet haben. Gerade bei Griechischen Landschildkröten passiert es nicht selten, dass sie an einer Herpesinfektion versterben, ohne dass man Antikörper im Blut finden kann. Gerade diese Art scheint manchmal schneller der Krankheit zu erliegen, als dass sie Antikörper ausbilden kann. Trotzdem können auch gesund erscheinende Tiere herpesinfiziert sein!!

  • Der direkte Virusnachweis:
    Hier wird das Virus selbst gesucht. Dies ist derzeit jedoch nur dann möglich, wenn die Schildkröte einen aktiven Herpesschub durchmacht, also offensichtlich krank ist. Hierbei siedeln sich u. a. auch Viren in der Zungenoberfläche (im Zungenepithel) an. Dem akut erkrankten Tier wird ein Abklatsch (ähnlich einem Abstrich, der ein wenig tiefer ins Gewebe geht) entnommen, den man auf Viren untersucht. Bei einem symptomfreien Tier lebt das Virus zurückgezogen, wahrscheinlich in den Nervenbahnen, und ist über einen Zungenabklatsch nicht nachweisbar. Es ist also ziemlich sinnlos, bei einem Tier, das keinerlei Krankheitssymptome zeigt, einen Herpestest mittels Virusnachweis im Zungenepithel machen zu wollen. Der Test wird aller Wahrscheinlichkeit nach (u. U. falsch) negativ ausfallen!
Verstorbene Tiere können ebenfalls auf Herpes untersucht werden. Sie müssen so schnell wie möglich, gut in Zeitungspapier eingewickelt (nicht in Plastiktüten!) und gut gekühlt (nicht gefroren) zur Klärung der Todesursache an ein pathologisches Institut eingeschickt werden. Anhand der Veränderungen im Organismus der Schildkröte kann die Verdachtsdiagnose "Herpes" gestellt werden. Durch Virusanzüchtung aus Gewebeproben kann dann die Diagnose gesichert werden.

Wer macht diesen Test?

Jeder auf Schildkröten spezialisierte Tierarzt kann den Tieren Blut abnehmen oder einen Zungenabklatsch anfertigen. Die Ausführung des Antikörpernachweises im Blutserum ist relativ schwierig. Er erfodert ein speziell ausgestattes Labor. Deshalb sind diese Untersuchungen derzeit nur an einer Stelle in Deutschland möglich. Dort hin wird eine Blutprobe eingeschickt:

    Staatliches Veterinäruntersuchungsamt
    Dr. Silvia Blahak
    Westernfeldstr. 1
    D-32758 Detmold
    (Hier werden natürlich auch Zungenabklatsch-Proben untersucht und Sektionen durchgeführt.)

Adressen, die ausserdem weiterhelfen können:
  • Institut für Zoologie, Fischereibiologie und Fischkrankheiten
    Kaulbachstr. 37
    D-80539 München
    (Hier kann mittlerweile ebenfalls das Virus aus einem Zungenabklatsch nachgewiesen werden)
  • Institut für Tierpathologie
    Länggass-Str. 122
    CH-3001 Bern

Für wen ist Herpes ansteckend?

Da es sich bei diesem Virus ein auf Landschildkröten spezialisiertes Virus handelt, ist das Schildkröten-Herpes nur für Landschildkröten ansteckend. Es kann weder auf den Menschen, noch auf andere Haustiere übertragen werden.
Es gibt jedoch bei Wasserschildkröten ein eigenes Herpesvirus, das jedoch ein anderer Herpes-Stamm ist. Dieses Virus ist nicht auf Landschildkröten übertragbar. Auch die bei Menschen verbreiteten Herpes-Stämme (Lippenherpes, Herpes genitalis, Gürtelrose, Gesichtsrose, etc.) sind nicht auf Schildkröten übertragbar.

Kann man Herpes heilen?

Eine wirksame Behandlung herpesinfizierter Tiere gibt es derzeit leider nicht und ist in nächster Zeit scheinbar auch nicht in Sicht.
Schildkröten, bei denen Symptome festgestellt werden, sind sofort von den anderen Tieren zu trennen. Die Umgebungstemperatur sollte bei einer Luftfeuchtigkeit von wenigstens 80% auf 26 bis 30°C erhöht werden. Bei einer Verschlimmerung der Atemprobleme ist die Umgebungstemperatur auf 24°C zu senken. Vor allem die Griechischen Landschildkröten scheinen bei Herpesschüben höhere Temperaturen schlecht zu vertragen. Offensichtlich erkrankte Tiere müssen natürlich umgehend einem schildkrötenerfahrenen Tierarzt vorgestellt werden. Während einer akuten Phase kann u. a. Zovirax® eingesetzt werden. Dieses Mittel reduziert die Virusvermehrung, macht die Schildkröten aber keinesfalls virusfrei. Gleichzeitig sollte eine sekundäre Behandlung der betroffenen Schleimhäute gegen Bakterien und Pilze erfolgen. Die Schildkröten sollten zum Ausgleich des enormen Flüssigkeitsverlustes auch Infusionen erhalten. Der Einsatz von sogenannten Paraimmunitätsinducern (Immunstimmulantien) ermöglicht es den weniger stark betroffenen Tieren, bzw. ihrem Organismus, mit den Viren selbst fertig zu werden. Trotzdem bleiben sie lebenslang Virus(über)träger. Infizierte Tiere, auch wenn sie symptomfrei sind, müssen so optimal wie nur irgend möglich gehalten, gefüttert und untergebracht werden, um jeglichen Stress für sie zu vermeiden.

Wie kann man einer Infektion vorbeugen?

  • Die Hauptansteckungsgefahr scheint in erster Linie vom Zusetzen infizierter Tiere auszugehen. Die einzige sinnvolle Vorbeugung besteht darin, zu herpesfreien Tieren keine fremden, wenn auch augenscheinlich gesunde Tiere, dazu zu setzen (Fundtiere, Pensionsgäste, dringend benötigtes "frisches Blut" in Form des lange ersehnten Zuchttieres, etc.).
  • Eine mindestens einjährige Quarantäne ist unerlässlich und muß strengtens eingehalten werden (auch kein Zusammensetzen zu einer Paarung).
  • Bei Neuzugängen sollte unbedingt ein Herpestest durchgeführt werden. Selbst bei einem negativen Testergebnis muss eine mindestens einjährige Quarantäne erfolgen. Am Ende dieser Quarantänezeit sollte ein erneuter Test durchgeführt werden.
  • Hygiene ist oberstes Gebot! Keine Geschirre, Futterreste oder Tiere von Gehege zu Gehege (Terrarium) austauschen. Futter- und Badegeschirre, sowie Geräte regelmässig mit Reinigungsmittel und heissem Wasser reinigen. Danach an der ungefilterten Sonne zum Trocknen auslegen. Nach dem Kontakt mit den Tieren die Hände mit heissem Wasser waschen und anschliessend desinfizieren. Das Substrat in Unterschlupfhäusern und um Futterstellen und vor allem in den Terrarien muss regelmässig erneuert werden.

Was ist sonst noch wichtig?

  • Sie sollten generell ausschliesslich klinisch unauffällige Tiere erwerben und verkaufen, die einen gesunden Eindruck machen. Kaufen Sie keine Schildkröten, die nicht aufgewärmt sind, sonst erkennen Sie keine möglichen Symptome bei dem/n Tier/en!
  • Schauen Sie den Schildkröten (regelmäßig und auch beim Kauf) ins Maul, um evtl. erste Probleme erkennen zu können (Rötung, Schwellung, Beläge).
  • Halten Sie Ihre Schildkröten, wenn irgend möglich, nach Arten getrennt.
  • Achten Sie bei Ihren Tieren auf eine möglichst optimale, ausgewogene und artgerechte Ernährung.
  • Achten Sie auf genügend Umgebungswärme.
  • Entwurmen sie neue Tiere sofort mit einem Präparat, das Sie beim Tierarzt erhalten. Starker Wurmbefall kann ein Tier zusätzlich schwächen.
  • Vermeiden sie Stress bei Ihren Tieren (Geschlechterverhältnis, Platzangebot, Lichtangebot, Temperaturen, Ernährung, etc.)!

Herpestiere-Vermittlung:

Es gibt leider immer mehr Bestände, die einzelne Tiere oder ganze Gruppen haben, die herpesinfiziert sind. Ich meine, es wäre Unsinn, diesen Umstand tot zu schweigen oder einfach zu ignorieren. Vor allem einzelne Herpestiere bei einem Halter mit sonst gesundem Bestand machen den Besitzern sehr oft grosses Kopfzerbrechen. So lange man über das Virus noch so wenig weiss, kann man das Risiko, mit so einem Tier seinen gesamten Bestand anzustecken, sehr schwer einschätzen. Um unsere gesunden Bestände zu schützen, halte ich es für sinnvoll, wenn infizierte Tiere nicht in unmittelbarer Nähe von gesunden Tieren bleiben.
Vielleicht möchte jemand Tiere abgeben, evtl. zur Einzelhaltung oder in eine bereits bestehende Herpes-Gruppe; vielleicht möchte andererseits jemand zu seinen herpesinfizierten Tieren noch weitere Tiere aufnehmen (z. B. um das Geschlechterverhältnis zu verbessern) oder vielleicht möchte ein Interessent ein einzelnes Tier zur Einzelhaltung bei sich aufnehmen (das wäre ganz besonders schön!). Deshalb habe ich eine Herpestier-Vermittlung eingerichtet. Sämtliche Angaben, die die Interessenten auf dem Anmeldungsformular (siehe unten) machen, werden von mir absolut vertraulich behandelt. Ich nehme selbst den Kontakt mit den in Frage kommenden Haltern auf. Ich gehe davon aus, dass Herpestiere verschenkt oder allenfalls gegen eine sehr geringe Gebühr und nicht zum üblichen Marktwert abgegeben werden. Wegen der Transportmöglichkeiten müssen sich die Halter selbst einigen!
Es wird noch geraume Zeit dauern, bis es eine grössere Datenbank für diese Tiere gibt und bis es zu einem Vermittlungserfolg kommen kann (wenn überhaupt). Bitte haben Sie Geduld.

Wenn Sie Tiere abzugeben haben: Falls sich eine Möglichkeit ergibt, wo Ihr Tier/Ihre Tiere untergebracht werden kann/können, werde ich mich per Mail bei Ihnen melden. Ich werde Ihnen lediglich einen Vorschlag/Vorschläge machen. Ob Sie darauf eingehen wollen, das bleibt natürlich Ihnen überlassen. Alles weitere müssen Sie mit dem jeweiligen Interessenten selbst klären.

Wenn Sie sich für ein herpesinfiziertes Tier/mehrere Tiere interessieren: Sie müssen sich darüber im Klaren sein, dass sie ein krankes Tier/kranke Tiere übernehmen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass irgendwann auch einmal Tierarztkosten auf Sie zukommen! Dafür kosten die Tiere nichts.... Ein besonders verantwortungsvoller Umgang mit diesen Tieren ist aber ein absolutes Muß. So lange diese Krankheit noch so viele Fragen aufwirft, sollten Sie nicht gleichzeitig gesunde Tiere halten. Auch herpesinfizierte Tiere können bei guter, artgerechter Haltung und Pflege trotz ihrer Erkrankung sehr gut und sehr lange leben und man kann sehr viel Freude mit diesen Tieren haben.

zur Herpestiere-Vermittlung: Vermittlungsformular
 

Dieser Bericht basiert auf den derzeitigen Erkenntnissen der Ärzte des Instituts für Zoologie, Fischereibiologie und Fischkrankheiten in München und Frau Dr. Silvia Blahak, Staatliches Veterinäruntersuchungsamt Detmold.
Herzlichen Dank an Frau Dr. Blahak für die Durchsicht des Beitrags!

 

Noch eine Anmerkung für alle Webmaster: Wenn Ihr Interesse habt, könnt ihr zu dieser Seite gerne einen Link auf Eurer HP setzen. Je mehr Schildkrötenhalter von Herpes erfahren, desto mehr Schildkröten werden (hoffentlich) von Herpes verschont bleiben:

http://www.t-hermanni.de/griech/index.php?id=kra45

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Die Homepage wurde zuletzt aktualisiert am 29.05.2016    © E. K.