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Russische Landschildkröten

Winterruhe

 

 
   Übersicht:  
Grundsätzliches
Voraussetzungen
Vorbereitung
Überwinterungsboxen
Checklisten zum Einwintern und Auswintern
 

In ihren natürlichen Habitaten sind diese Schildkröten, wie die Klimatabellen sehr gut zeigen, recht harten und sehr konträren Bedingungen ausgesetzt. Die teilweise extrem niedrigen Temperaturen, vor allem nachts oft schon ab Oktober (bis - 20°C), zwingen die Schildkröten dazu, sich in eine mehrmonatige Winterruhe zurück zu ziehen, da sie sonst verhungern, verdursten und erfrieren würden. Diese Zeit verbringen sie in teilweise selbstgegrabenen Höhlen, die bis zu 2 Meter in das Erdreich hineinreichen. Kleine Tiere, die sich selbst vielleicht noch nicht tief genug eingraben können, beziehen dann möglicherweise die Gänge von Nagetieren, um sich vor dem strengen Frost (bis zu - 46°C !) zu schützen. In dieser Zeit reduzieren die Schildkröten bei Temperaturen von ca. 2 - 4°C ihren Stoffwechsel auf ein Minimum. Die Atmung verringert sich auf etwa  1 - 2 Atemzüge pro Minute, einen Herzschlag kann man etwa 2 x pro Minute feststellen. Sämtliche Verdauungsvorgänge ruhen und eine Stoffwechselschlackenentsorgung über Leber und Nieren findet nicht statt. Diese Schildkröten sind seit Jahrtausenden auf diese Vorgänge regelrecht programmiert. Sie benötigen sie auch dazu, um überhaupt fruchtbar zu sein. Es mag bei uns zwar durchaus Tiere geben, die auch ohne Winterruhe viele Jahre gut überstehen, doch ich habe immer wieder feststellen können, dass horsfieldiis, die eine Winterruhe gehalten haben, viel lebhafter sind und ein viel besseres Immunsystem haben. Es macht sie wesentlich weniger anfällig für alle Erkrankungen. Deshalb sollten wir ihnen in Gefangenschaft eine fachgerechte Winterruhe nicht vorenthalten. Dies gilt auch schon für sehr kleine Tiere im ersten Lebensjahr !

Voraussetzung für eine erfolgreiche Winterruhe (die eigentlich eine Winterstarre oder besser eine Kältestarre ist), ist eine wirklich gute und tiergerechte Pflege und Fütterung das ganze Jahr über. Jegliche Haltungsfehler im Sommer machen sich meiner Erfahrung nach gerade während der Winterruhe besonders bemerkbar. Also entscheidet der Halter letztenendes selbst, wie gut oder schlecht seine Schildkröten den Winter überstehen !

In meiner langjährigen Tätigkeit im Zoofachhandel höre ich natürlich immer wieder auch von Bedenken, die die Halter haben. Oft trauen sie sich eine Einwinterung der Tiere noch nicht zu, weil sie befürchten, dass das Tierchen diese Zeit nicht heil überstehen könnte. Sollten sie also wirklich noch sehr unsicher sein oder das Tier vielleicht gerade erst vor einigen Wochen erworben haben (und das Tier noch gar nicht richtig kennen), dann ist es kein Beinbruch, wenn diese erste Winterruhe ausfällt. Das Tier wird die Winterzeit auch im warmen Terrarium gut überstehen. Bedenken Sie bitte jedoch folgendes: Die Tiere sind auf eine Ruhezeit biologisch eingestellt und man nimmt ihnen damit einen Teil ihres natürlichen Lebensablaufes. Zudem vernachlässigen Sie durch ein Nicht-Einwintern auch sein Immunsystem. Wichtig ist in dieser winterwachen Zeit dann natürlich eine wirklich optimale Unterbringung in einem beheizten und gut beleuchteten Terrarium, das auch genügend Platz bieten muss. Wie das aussehen sollte, steht im Kapitel "Terrarienhaltung".

Ganz wichtig: Vor der Winterruhe muss jedes Tier von einem Tierarzt auf seine "Wintertauglichkeit" untersucht werden. Das sollte zu einer Zeit passieren, wo die Kröten noch fressen und einen guten Stoffwechsel haben, also nicht später als Mitte/Ende August ! Hier untersucht der Fachtierarzt (bitte nicht zu einem Hund-, Katze-, Maus-Tierarzt gehen, sondern zu einem auf Schildkröten spezialisierten Tierarzt !) zum einen eine Kotprobe auf Parasiten (Würmer und Flagellaten, siehe Kapitel Krankheiten/Parasiten), damit das Tierchen nicht mit solchen Plagegeistern eingewintert wird. Zum anderen kann er bei Tieren über 100 g über eine Blutprobe die wichtigsten Werte für Leber- und Nierenfunktion ablesen und so entscheiden, ob das Tier eine Winterruhe gut überstehen kann. Findet die Untersuchung nicht rechtzeitig statt, muss das Tier um so länger wach gehalten werden, damit man es z. B. noch ausreichend entwurmen kann. Sind die Aussentemperaturen schon zu niedrig (z. B. im September), werden nicht mehr alle Würmer ausgeschieden und man riskiert bei dem Tier über den Winter womöglich eine Blutvergiftung ! (siehe Kapitel Krankheiten/Sepsis). Beachte: nach einer Medikamenteneingabe muss das Tier noch wenigstens 6 Wochen (ab der ersten Verabreichung) so warm gehalten werden, dass der Stoffwechsel genügend stattfinden kann, sonst kann auch das Medikament nicht mehr ausreichend ausgeschieden werden, was für das Tier über den Winter verhängnisvoll werden könnte ! Falls es also draussen schon zu kalt ist, muss das Tier in ein beheiztes Terrarium umziehen können ! Daher nochmal mein Hinweis: rechtzeitig untersuchen lassen !!!

Auch ganz wichtig: Kranke Tiere (dazu zählen auch Tiere mit Wurm- oder Flagellatenbefall) dürfen keinesfalls eingewintert werden !! Fragen Sie im Zweifelsfall Ihren Fachtierarzt !
 

Wie kann nun eine fachgerechte Winterruhe aussehen ?

Da meine horsfieldiis den Sommer im Freilandgehege verbringen, nütze ich hier auch gleich die sinkenden Tageslängen und Temperaturen, um die Tiere in die Winterruhe gleiten zu lassen. Schon ab etwa Mitte/Ende September stelle ich fest, dass meine Kröten nur noch über die Mittagszeit im Freigehege in der Sonne liegen (falls gerade vorhanden). Die restliche Zeit verbringen sie (je nach Witterung) fast nur noch im Frühbeetkasten, wo es noch deutlich wärmer ist. Die Nachttemperaturen sinken bei uns nun schon öfters auf unter 10°C. Deshalb fressen die Schildkröten in dieser Zeit nichts mehr, jedoch wird mittags in der Sonne noch der restliche Kot abgegeben und somit der Darm entleert. So bereiten sie sich ganz von alleine auf die Winterruhe vor. Ein lauwarmes Bad zum Ende der Vorbereitungszeit gibt den Schildkröten noch einmal die Möglichkeit, ausreichend zu trinken, falls sie es benötigen. Wenn ich dann etwa Mitte Oktober (bei Nachttemperaturen von unter 5°C) feststelle, dass meine Pfleglinge beginnen sich einzugraben, setze ich sie (nachts) noch einmal schnell auf die Waage, notiere mir das Gewicht und verstaue sie kurzerhand im vorbereiteten Kühlschrank bei einer Temperatur von 2 - 4°C, auf keinen Fall höher !!! Da ich sicher gehen möchte, dass meine Kröten die Winterruhe ungestört verbringen können, habe ich für sie einen eigenen Kühlschrank (normaler Haushaltskühlschrank) angeschafft. So verbringen sie dann die nächsten 5 Monate, also etwa bis Mitte März.

Leider haben wir hier in München manchmal auch einen sehr verregneten September und das Substrat im Frühbeetkasten wird zwangsläufig langsam immer feuchter, was für die Steppenschildkröten sehr ungesund ist. Dann ist es für sie besser, wenn sie in ein trockenes Terrarium umziehen. Das macht das Einwintern natürlich wegen der viel höheren Temperaturen im Zimmer um einiges schwerer. Ich versuche dieses Manko damit auszugleichen, dass das Terrarium meiner Kröten im unbeheizten Schlafzimmer steht, damit die Tagestemperaturen nicht über 18°C ansteigen. Die Beleuchtung samt Wärmestrahler sind dann auch nur noch für ein oder zwei Stunden täglich in Betrieb. Für die Nacht ist eine so hohe Temperatur natürlich viel zu viel und die Schildkröten würden im Traum nicht daran denken, sich auf die Winterruhe einzustellen, also ruhiger zu werden. Hier helfe ich einfach dadurch ein wenig nach, dass ich die Tiere über Nacht in ihrer Überwinterungsbox (abends mit zimmerwarmem Substrat gefüllt) auf die Terrasse stelle, damit sie Temperaturen von unter 10°C, besser unter 5°C ausgesetzt sind. In der letzten Woche vor dem eigentlichen Einwintern bade ich die Tiere noch einmal, damit sie evtl. trinken können. In dieser Zeit lasse ich die Kröten dann einfach auch tagsüber immer länger auf der Terrasse stehen, wenn wir dort Temperaturen von nicht mehr als 10/12°C haben. Eine Temperatur von unter 10°C über einen längeren Zeitraum (2 Wochen oder mehr) ist für sie ganz offensichtlich der eigentliche Auslöser für die Winterruhe. Mit diesem "Verfahren" werden die Kröten immer ruhiger und verkrabbeln sich dann auch tagsüber nur noch in ihrem Unterschlupf. Das ist für mich das Startzeichen dafür, dass sie nun bereit sind, in ihren Kühlschrank umzuziehen. Ich nütze zum Einwintern auch hier die kalte Nacht bei einer Temperatur von um die 4°C auf der Terrasse und stelle die Tiere einfach mit ihren Boxen in den vorbereiteten Kühlschrank bei 2 - 4°C.

Für die Überwinterung bereite ich eigens dafür angeschaffte Kunststoffboxen mit Deckel vor (z. B. Curver-Boxen aus dem Baumarkt). Die Boxen sind etwa 2 mal so breit und lang, wie die Schildkröten selbst. Die Box sollte nicht zu niedrig sein, damit man genügend Substrat einfüllen kann und ausreichend Platz zum Graben bleibt, also etwa 1/2 bis 2/3 so hoch wie lang. Jedes Tier hat bei mir eine eigene Box ! Als Substrat verwende ich meine Gartenerde, die einen hohen Lehmanteil hat. Ich nehme die Erde dann aus dem Garten, wenn es länger nicht mehr geregnet hat und so die Erde sehr wenig feucht ist. Das Substrat sollte für die Steppenschildkröten relativ trocken sein, weil sie sonst zu Panzernekrosen und anderen Erkrankungen neigen, aber ganz knochentrocken sollte das Substrat auch für die horsfieldiis nicht sein, denn in den Erdhöhlen, wo sie im Habitat die Winterruhe verbringen, ist in einer Tiefe von 1 - 2 Metern immer eine geringe Erdfeuchtigkeit vorhanden. Sonst würden die Schildkröten während der Winterruhe austrocknen. Auf das Substrat und die Schildkröten gebe ich dann noch eine Schicht gehäckseltes Stroh (aus dem Zoofachhandel oder vom Bauern) oder Buchenlaub, damit sie "Rückendeckung" haben. In den Deckel der Box habe ich einige Löcher gebohrt (ca. 1 cm im Durchmesser), damit ein guter Sauerstoffaustausch stattfinden kann. Die meiste Zeit (keineswegs immer :-) ) bleiben meine horsfieldiis ganz ruhig unter dieser Stroh-/Laubschicht oder eingegraben in der Erde liegen. Es graben sich aber nicht immer alle Tiere ein, manchmal bleibt auch eines einfach obenauf sitzen.

Es gibt einige Halter, die ihre Tiere lieber im Freiland einwintern. Sie lassen die Tiere im Herbst im Frühbeetkasten, in dem eine Grube angelegt wird, die mit einer Mischung aus Rindenhumus und Laub gefüllt, von aussen gut isoliert und bis unter den Deckel mit Stroh oder Laub aufgefüllt wird. In diese Grube graben sich die Schildkröten dann ein. Das mag den unbestrittenen Vorteil haben, dass es für den Halter selbst mit viel weniger Arbeit verbunden ist. Meiner Meinung nach hat diese Freilandüberwinterung jedoch einen entscheidenden Nachteil: Da die Kröten bei uns doch nur "so in etwa" unter unseren dem Naturhabitat nachempfundenen Bedingungen leben müssen und sich nicht, wie in der Natur in solch lange Gänge eingraben können (wo es fast keine Schwankungen gibt), sind sie bei uns während des Winters oft zu grossen Temperaturveränderungen ausgesetzt. Kurze Hochdruckphasen bescheren uns im Dezember und auch oft Ende Januar immer wieder mal relativ warme Tage über 5°C. Da meine horsfieldiis schon bei geringsten Temperaturschwankungen ab über 6°C munter werden, würde das für die Tiere im Freiland sicher eine zu grosse Belastung bedeuten. Im Kühlschrank haben sie konstante Temperaturen und dadurch eine viel ruhigere Winterruhe. Das Risiko, dass die Tiere von Nagetieren (Mäuse, Ratten) angefressen werden könnten, besteht, im Gegensatz zum Freiland, im Kühlschrank ebenfalls nicht. Ausserdem könnte es den horsfieldiis im Freiland zumindest in manchen Jahren auch zu feucht werden, was sie sehr schnell mit Panzernekrosen quittieren. Ein weiterer Vorteil der Kühlschranküberwinterung ist der, dass ich die Tiere zwischenzeitlich auch mal wiegen kann und sie bei einer evtl. zu starken Gewichtsabnahme (ab 10%), die immer ein Alarmsignal bedeutet, früher auswintern kann, um nach dem rechten sehen zu können. Dies hat einmal meinem horsfieldii-Männchen das Leben gerettet. Der Kröterich hatte während der Winterruhe eine Bakterieninfektion ausgebrütet. Im Freiland hätte ich 4 oder 6 Wochen später sicher einen toten horsfieldii-Mann gefunden, durch die Kontrolle zwischendurch und das unverzügliche Auswintern konnte ich ihm mit einer rechtzeitigen Behandlung helfen.

Wenn meine "Russen" im Kühlschrank friedlich schlafen, kann ich mich den Winter über meinen winterwachen Schildkröten verstärkt widmen. Meine Tunesischen Landschildkröten (Testudo graeca nabeulensis) machen ja von Natur aus keine Winterruhe. Die Temperatur im Überwinterungskühlschrank kontrolliere ich täglich. Nur etwa alle 4 - 6 Wochen werden meine horsfieldiis kontrolliert und gewogen. Praktisch ist dabei, dass der Überwinterungskühlschrank in meinem Bad steht. Für eine Kontrolle öffne ich mein Badfenster, bis die Raumtemperatur unter 10°C abgesunken ist, was ja in einem kleinen Raum nicht lange dauert. Jetzt hole ich ganz schnell meine Kröten der Reihe nach aus dem Kühlschrank und aus der Box, begutachte sie kurz rundherum und lege sie ganz fix auf die vorbereitete Waage. Das Gewicht trage ich gleich in meine Tabelle ein, damit ich hinterher einen guten Überblick über den Verlauf der Winterruhe habe. Das sind, neben der regelmässigen Temperaturkontrolle, meine ganzen Schildkrötenhalter-Pflichten für die 5 Monate andauernde Ruhezeit.
Es kann durchaus sein, dass sich meine "Russen" während des Winters zwischendurch mal "melden". Ich habe festgestellt, dass gerade bei starken Wetter-Hochdruckphasen die Schildkröten im Kühlschrank bei Temperaturen von 2 - 4°C beginnen, herumzustrampeln. Im ersten Winter war ich darüber sehr besorgt und vermutete schon eine kranke Schildkröte, die die Winterruhe vorzeitig beenden will. Das ging so weit, dass ich befürchtete, dass gleich eine Kröte die Tür aufmacht und alle herausspaziert kommen. Als jedoch das Hochdruckgebiet von einem gewaltigen Tief abgelöst wurde, kehrte im Kühlschrank sofort wieder Ruhe ein. Ich vermute daher, dass die Steppenschildkröten das nahende Frühjahr in ihrem Biotop nicht nur durch höhere Aussentemperaturen wahrnehmen (was ja in 2 Metern Tiefe sehr spät wäre), sondern dass sie das Ende des Winters auch über stärkere Luftdruckschwankungen spüren. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt, dass meine "Russen" im Kühlschrank zu bestimmten Zeiten etwas unruhig sind und achte nur darauf, ob sie sich dann auch wieder beruhigen. Sollte das bei Tiefdruck oder konstanten Witterungsverhältnissen im Freien nicht der Fall sein, kann man annehmen, dass ein Tier nicht in Ordnung ist und man sollte sicherheitshalber nachsehen. Wenn eine Schildkröte während ihrer Winterruhe sehr unruhig schläft, ständig herumzappelt und in ihrer Box herumkratzt, dann kann man davon ausgehen, dass sie krank ist und sie sollte ausgewintert werden. Es ist aber ganz normal, dass sich die Schildkröten während der Winterruhe auch mal bewegen und ganz langsam z. B. herumdrehen oder sich etwas höher oder tiefer eingraben. Das ist kein Anlass zur Sorge, denn die Winterruhe ist ja eine Kältestarre und kein echter Schlaf ! Es kann also durchaus auch mal sein, dass sie bei einer Kontrolle gerade mit offenen Augen in ihrer Box sitzen. Ich achte aber gut darauf, dass die Temperaturschwankungen im Kühlschrank so gering wie möglich ausfallen. Das erreiche ich z. B. dadurch, dass ich alle freien Stellen um die Boxen herum mit wassergefüllten Flaschen auffülle, weil das die Temperatur besser stabilisiert. Ausserdem habe ich den sonst üblichen Kühlschrankthermostat gegen einen Spezialthermostat für Kühlhäuser ausgetauscht, weil ich damit die Temperatur fast gradgenau einstellen kann und dieses Gerät viel exakter schaltet, als ein gewöhnlicher Kühlschrank-Thermostat. Dieser Themostat hat ganz nebenbei den Vorteil, dass ich zur Beendigung der Winterruhe den Regler täglich einige Grade hochdrehen kann, damit die Schildkröten langsam von 4°C auf 15°C "hochgefahren" werden. Dazu lasse ich den Kröten etwa 5 Tage Zeit.

Tja, bis man richtig guckt, ist es auch schon März und die Schildkröten wollen und sollen wieder an's Tageslicht. Wichtig ist jetzt, dass die Tiere nicht einfach aus dem Kühlschrank oder von einem anderen Überwinterungsplatz genommen und in ein warmes Terrarium verfrachtet werden, das wäre zu schnell. Sie benötigen ca. 5 Tage, in denen die Temperatur langsam gesteigert wird, damit sie allmählich wieder aktiv werden können. Mit meinem Spezialthermostaten geht das recht prima. Überwintern die Kröten nicht in einem Kühlschrank, kann man die Überwinterungsbox nun täglich an einen etwas wärmeren Ort stellen. Das erfordert natürlich eine sehr gute Temperaturkontrolle dieser Plätze (hier kommen in Frage: Kellerfensterschacht, Terrasse, Garage, unbeheizter Hausflur, Dachboden, etc.) Wenn in der Box ca. 15°C erreicht sind, setze ich meine Kröten wieder in ihr Terrarium, das jetzt im Schlafzimmer wieder um die 18°C Lufttemperatur hat. Dies mache ich meistens am späten Abend, damit die Tiere über Nacht noch etwas Zeit haben, sich zu akklimatisieren. Schon am nächsten Tag werden die Beleuchtung und der Wärmestrahler für 10 Stunden in Betrieb genommen, was meine horsfieldiis auch sofort begeistert annehmen. Jetzt werden sie auch gleich gut beobachtet, ob sie sich normal verhalten und ich kontrolliere die Tiere rundherum. Am selben Tag werden meine Kröten auch gleich gebadet, damit sie evtl. trinken können. Ein 20-Minuten-Bad in lauwarmem Wasser regt auch den Kreislauf und die Verdauungsvorgänge besser an. Ich gebe dazu etwas Kochsalz (ca. 5 g pro Liter Wasser) mit in's Badewasser, damit evtl. über den Winter verlorengegangene Elektrolyte ausgeglichen werden können. Einen Tag nach Beendigung der Winterruhe beginnen meine Schildkröten auch schon zu fressen. Das sind noch nicht gleich Riesenmengen, aber es wird täglich etwas mehr und nach einer Woche hat sich alles wieder eingependelt. Sofern es die Witterung erlaubt, dürfen meine Russen dann an sehr warmen Tagen auch schon mal tagsüber ins Freigehege. Bis die Freilandsaison im April/Mai bei uns richtig beginnt, verbringen sie ihre Zeit aber meist im beheizten und gut beleuchteten Terrarium. Hier startet mein Anton auch schon seine ersten Paarungsversuche bei den Weibchen.
Alles Weitere steht dann im Kapitel "Zucht" :-)

Hier noch eine Checkliste zum Einwintern: einfach anklicken

und hier auch noch die Checkliste zum Auswintern: einfach anklicken
 
 

Die Homepage wurde zuletzt aktualisiert am 29.12.2017    © E. K.