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Euthanasie, Einschläfern - Russische Landschildkröten, Steppenschildkröten, Testudo horsfieldii

Russische Landschildkröten

Der allerletzte Weg: die Euthanasie

 

Ich weiß: Dies ist eine der unangenehmen Seiten dieser Homepage. Ich habe sie trotzdem geschrieben, da es immer wieder Zweifel und Diskussionen zur Euthanasie bei Schildkröten gibt.
Diese Seite soll auch dabei helfen, daß, wenn es denn schon mal sein muß, das Einschläfern sachgerecht durchgeführt wird. Deshalb ist sie auch eher für Tierärzte, denn für die Schildkrötenhalter selbst gedacht.

Jeder von uns versucht seine Landschildkröten nach bestem Wissen und Gewissen zu halten und zu pflegen. Da diese Tiere wenigstens 80 bis 100 Jahre alt werden können, wird wohl kaum einer von uns erleben, wenn seine Schildkröte an Altersschwäche stirbt oder von altersbedingten Krankheiten erlöst werden muß.
Trotzdem kann sich einmal ein Moment ergeben, wo es nötig ist, sein Tier von Qualen und Schmerzen erlösen zu müssen. Häufig ist ein Unfall die Ursache: Ein Tier ist ausgebüchst und wurde vom Auto überfahren. Ein Tier wurde mit dem Rasenmäher schwer verletzt, weil es der Besitzer im hohen Gras übersehen hat. Ein Ast lag im Gehege so ungünstig, daß die Schildkröte bei der Paarung davon aufgespießt wurde.
Aber auch andere Ursachen kommen dafür in Frage: Eine kleine Wunde wurde übersehen, Fliegen haben Eier hinein gelegt und die Fliegenmaden haben die Schildkröte innerlich fast ausgefressen. Eine Infektionskrankheit ist so weit fortgeschritten, daß man nicht mehr mit Medikamenten helfen kann. Das Tier ist an Herpes erkrankt. Usw., usw....

Ist ein Tier so krank oder schwer verletzt, daß keine Heilungschance mehr besteht, ist es sicher der bessere Weg, es schnell von seinem Leid zu erlösen. Schildkröten leiden unsäglich lange. Selbst mit "zerfressenem" Darm oder mit durch Infektion oder falsche Haltung/Ernährung stark geschädigten Organen leben sie noch viele Wochen oder sogar Monate und quälen sich arg.

Hier sollte der Tierarzt ein Ende setzen, zum Wohle des Tieres, auch wenn das Einschläfern der Schildkröte für den Besitzer vielleicht eine sehr schmerzliche Erfahrung bedeutet.

Welcher ist der beste Weg, eine Schildkröte von ihrem Leid zu erlösen?

Die immer wieder diskutierte Methode, das Tier einzufrieren, ist nach neueren Erkenntnissen schlichtweg Tierquälerei. Die Schildkröte braucht lange, bis sie tief gefroren ist. Bis es soweit ist, erleidet das Tier durch das Platzen von Gewebszellen große Schmerzen! Leichtere Frostgrade überleben die Tiere!

Die bei Kleintieren sonst üblichen Narkosepräparate sprechen bei den wechselwarmen Tieren nicht sonderlich gut an. Man verwendet deshalb bei Schildkröten ein spezielles Präparat: Narcoren. Es führt i. d. R. zu einem schnellen Herzstillstand.
Es ist erforderlich, daß dieses Präparat direkt in das Herz oder in die Lunge injeziert wird. Die Dosierung muß bei wechselwarmen Tieren sehr viel höher sein, wie bei Säugetieren: auf 1 kg Schildkröte (mitsamt dem Panzer gerechnet!) gibt man so viel Narcoren wie für 5 - 6 kg Katze oder 10 kg Hund!! Trotzdem kann es ausnahmsweise passieren, daß ein Tier mit besonders starkem Herzen eine ganze Weile braucht, bis es in die ewigen Jagdgründe schwebt.

In jedem Fall darf nur ein Tierarzt eine Schildkröte einschläfern, der dann mittels Ultraschall überprüfen kann, ob das Tier auch wirklich tot ist (die Herzbewegung ist im Ultraschall sehr gut zu erkennen). Dies ist also keine Arbeit für Laien! (siehe auch den Auszug aus dem Tierschutzgesetz als , TschG-Ttng-v-Tieren.pdf, 8 KB)

Sollte einmal der ungünstige Fall auftreten, daß ein schwer krankes Tier erlöst werden muß und auf die Schnelle kein Tierarzt zur Verfügung steht, dann ist es am besten, den Kopf abzutrennen. Auch wenn dies sehr grausam wirkt, es ist die schnellste und damit schonendste Methode. Wenn man selbst (verständlicherweise) Skrupel hat dies auszuführen, dann hilft vielleicht der nächstwohnende, ausgebildete Jäger weiter.

Ich wünsche jedem Schildkrötenhalter, daß er keines seiner Tiere jemals euthanasieren lassen muß. Trotzdem sollte man sich auch mit diesem Thema einmal auseinander gesetzt haben.
 
 

Die Homepage wurde zuletzt aktualisiert am 29.12.2017    © E. K.