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Sepsis - Russische Landschildkröten, Steppenschildkröten, Testudo horsfieldii

Russische Landschildkröten

Sepsis

 

 

Eine Sepsis ist eine Blutvergiftung und die kann in den meisten Fällen ganz sicher nicht von alleine vergehen/heilen. U. U. kann man aber eine Sepsis als Laie nur schwer von einem gut durchbluteten Bauchpanzer unterscheiden, wenn ein Tier gerade einen sehr (zu) starken Wachstumsschub hat. Im Zweifelsfall sollte sich das also ein Fachtierarzt ansehen und entsprechend reagieren.

Wie entsteht eine Sepsis?
Ein Tierarzt hat es mir so erklärt:

Eine sehr häufige Ursache ist: Durch verschiedene Ursachen tritt eine starke Vermehrung von Bakterien ein (z. B. Infektion). Diese Bakterien sondern Giftstoffe (ihre Stoffwechselprodukte) ab, die in größeren Mengen für die Schildkröten schädlich wirken. Diese Giftstoffe bewirken nämlich, dass die Aderwände durchlässiger werden. So kann auch das Blut (Hämoglobin) aus den Adern wandern und sich dann im Bauchpanzerbereich oder auch unter der obersten Hautschicht ansammeln.
Die Ursachen dafür können folgende sein:

  • Die Schildkröte wurde vor der Winterruhe nicht oder zu spät entwurmt (kommt am häufigsten vor). Die Würmer überleben nicht alle die Winterruhe der Schildkröte, durch die faulenden Würmer im Darm werden Giftstoffe frei und es vermehren sich dann jede Menge Bakterien.
  • Die Schildkröte hat Nierenprobleme, wo auch hier während der Winterruhe Bakterien weiterwachsen und nach dem Aufwachen für Probleme sorgen.
  • Durch eine kleine Verletzung vor der Winterruhe sind Bakterien in den Körper gewandert, die sich während der Winterruhe weitervermehren und hinterher zum Problem werden.
In jedem Fall ist eine Sepsis absolut behandlungsbedürftig. Die stationäre Aufnahme in der Reptilienpraxis ist meistens notwendig und sinnvoll. Auf keinen Fall sollte man bei einer Sepsis zu lange mit dem Tierarztbesuch warten, denn diese Bakterien können sich, wenn es dumm läuft, schon über Nacht rasend vermehren. Dann ist der Schildkröte nicht mehr zu helfen, denn eine unbehandelte Sepsis ist in den meisten Fällen tödlich!

Eine weitere Ursache für solche Verfärbungen kann aber auch ein Leberproblem sein. Hier kommen die roten Flecken von einer Blutgerinnungsstörung.

Sollten Sie während der Winterruhe, während der Auswinterungsphase oder auch während der Aktivitätszeit an Ihrer Schildkröte plötzlich solche verdächtigen Flecken entdecken, dann verfahren Sie bitte folgendermaßen:
Wärmen Sie das Tier nicht (weiter) auf! Halten Sie die momentane Temperatur, so gut es geht und fahren Sie sofort zu einem schildkrötenerfahrenen Tierarzt (im kalten Überwinterungssubastrat und/oder in einer Styroporbox oder einer Getränkekühlbox transportieren). Es ist günstiger, wenn der Kreislauf nicht voll aktiv ist, denn dann werden die Bakterien und auch deren Toxine nicht so schnell im Organismus verteilt. Ausserdem vermehren sich Bakterien wesentlich langsamer bei niedrigen Temperaturen. Das Tier sollte möglichst erst beim Tierarzt vom ihm selbst aufgewärmt werden, nachdem es die erste Dosis eines Antibiotikums erhalten hat. ( schildkrötenerfahrene Tierärzte)

Entdecken Sie während der normalen Aktivitätsphase im Sommer solche Flecken an ihrem Tier, dann halten Sie es bis zum Eintreffen beim Tierarzt bei eher kühleren Temperaturen (15 - 20°C)

Hier einige Bilder dazu:

(anklicken zum Vergrößern)
Sepsis bei T. graeca nabeulensis   Detailbild   Detailbild   Sepsis

Auch wenn eine Sepsis fachgerecht behandelt wurde, verschwinden die äußerlichen Symptome (die roten Flecken) nur sehr langsam. Man muß sich das ähnlich vorstellen, wie bei uns ein Bluterguss. Die Flecken verfärben sich zuerst ins bläuliche und werden dann nach und nach vom Organismus abgebaut. Das kann durchaus ein bis zwei Wochen dauern, u. U. auch länger. Also keine Sorge, wenn die Flecken nicht gleich nach der Behandlung wieder verschwinden.

Ich wünsche jedem, daß keines seiner Tiere jemals solche Symptome zeigt. Vielleicht verhilft diese Seite dem einen oder anderen Krötli zu einem sehr schnellen Tierarztbesuch. Mit einer Sepsis ist nicht zu spaßen und man sollte hier sehr schnell handeln. Lieber etwas früher als zu spät zum Tierarzt gehen. Nehmen Sie in diesem Fall auch den Nacht- oder Wochenend-Notdienst Ihres Tierarztes in Anspruch!
 
 

Die Homepage wurde zuletzt aktualisiert am 29.12.2017    © E. K.